THG-Quote 2026: Prämie & Anbieter im Vergleich
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- Die THG-Quote vergütet E-Auto-Besitzer für den vermiedenen CO₂-Ausstoß - 2026 liegen die Prämien typischerweise bei 50-80 Euro pro Fahrzeug.
- Berechtigt sind alle Halter von reinen Batteriefahrzeugen (BEV); Plug-in-Hybride (PHEV) sind seit 2024 ausgeschlossen.
- Der Antrag läuft komplett digital über spezialisierte Anbieter - benötigt wird nur der Fahrzeugschein (Seite 1).
- Wallbox-Betreiber können zusätzlich eine gewerbliche Ladeinfrastruktur-Quote beantragen und so mehrere Hundert Euro extra erzielen.
- Wer PV-Überschussladen kombiniert, senkt die Ladekosten weiter und maximiert den Gesamtnutzen des E-Autos.

Was ist die THG-Quote und wie funktioniert der CO₂-Mechanismus?
Die Treibhausgasminderungsquote - kurz THG-Quote - ist ein staatlich geregeltes Instrument, das Kraftstoffhändler in Deutschland dazu verpflichtet, den CO₂-Ausstoß im Verkehrssektor jährlich um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz zu senken. Gesetzliche Grundlage ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in Verbindung mit der 38. BImSchV. Unternehmen, die fossile Kraftstoffe in Verkehr bringen, müssen diese Quote erfüllen - entweder durch eigene Maßnahmen oder durch den Zukauf von Zertifikaten.
Genau hier kommen E-Auto-Besitzer ins Spiel: Jede Kilowattstunde Strom, die für die Mobilität genutzt wird, gilt als erneuerbarer Energieträger und erzeugt damit handelbare THG-Zertifikate. Statt diese Zertifikate selbst beim Umweltbundesamt (UBA) anzumelden - was für Privatpersonen bürokratisch aufwendig wäre - übernehmen spezialisierte Dienstleister diesen Prozess. Sie kaufen dir die Zertifikate ab und leiten einen Teil der erzielten Erlöse als Prämie weiter. Das Prinzip ist einfach: Du stellst deinen Fahrzeugschein bereit, der Anbieter kümmert sich um alles Weitere, und du erhältst eine Auszahlung - meist einmal im Jahr.
Die Höhe der Prämie schwankt je nach Marktlage, weil der Preis für THG-Zertifikate an Angebot und Nachfrage gebunden ist. In Spitzenjahren 2022 lagen die Auszahlungen für PKW bei über 350 Euro, heute hat sich der Markt bei deutlich niedrigeren Werten eingependelt. Trotzdem bleibt die THG-Quote ein attraktiver Bonus für E-Auto-Halter, der mit minimalem Aufwand erschlossen werden kann.
Wer hat Anspruch auf die THG-Quote 2026?
Die wichtigste Voraussetzung ist das Fahrzeugmerkmal "BEV" - Battery Electric Vehicle. Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) muss im Feld 10 (Fahrzeugklasse) M1 und gleichzeitig im Feld 18 (Kraftstoffart) der Code "0004" für reinen Elektroantrieb eingetragen sein. Folgende Fahrzeugtypen sind berechtigt:
- Reine Batteriefahrzeuge (BEV) - Pkw, Leichtfahrzeuge (Klasse L), Lkw und Busse mit ausschließlichem Elektroantrieb
- Elektrische Lastenräder (Klasse L1e/L3e) - sofern sie die technischen Anforderungen erfüllen
- Gewerbliche Ladeinfrastruktur - öffentlich zugängliche Wallboxen und Ladesäulen, unabhängig vom eigenen Fahrzeug
Ausdrücklich nicht berechtigt sind seit der Gesetzesänderung 2024:
- Plug-in-Hybride (PHEV) - die Doppelbesteuerungsproblematik hat zum Ausschluss geführt
- Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) nach altem Antragsweg - hier gelten separate Regelungen
- Privat betriebene Wallboxen ohne öffentliche Zugänglichkeit (nur gewerblich nutzbar)
Wichtig: Der Antragsteller muss der im Fahrzeugschein eingetragene Halter sein. Bei Leasing-Fahrzeugen ist das in der Regel die Leasinggesellschaft - prüfe deinen Vertrag, ob der Halter die Prämie selbst einbehalten oder an dich weiterleiten kann. Viele Leasinggesellschaften haben eigene THG-Programme aufgelegt oder arbeiten mit Partnern zusammen.
Wie viel THG-Quote gibt es 2026? Prämien, Schwankungen und Beispielrechnung
Der Markt hat sich seit den Hochzeiten 2021/2022 deutlich beruhigt. Damals trieb die geringe Anzahl an E-Autos kombiniert mit hoher Nachfrage die Zertifikatspreise in die Höhe. Heute gibt es weit mehr E-Autos, mehr Anbieter und einen gesättigteren Markt. Stand 2026 bewegen sich die typischen Auszahlungen für einen privaten PKW zwischen 50 und 80 Euro pro Jahr und Fahrzeug.
Die folgende Tabelle zeigt einen realistischen Anbietervergleich mit aktuellen Konditionen (Stand 2026). Die Prämien können sich im Jahresverlauf noch verändern, da der Zertifikatsmarkt quartalsweise schwankt:
| Anbieter | Prämie PKW (BEV) | Auszahlung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Tibber | ca. 65 Euro | Gutschrift im Tibber-Konto | Ideal für Tibber-Kunden; Kombination mit dynamischem Stromtarif möglich |
| EnBW | ca. 60 Euro | Überweisung auf Bankkonto | Großer Energieversorger, hohe Seriosität, schnelle Abwicklung |
| EWE Go | ca. 55 Euro | Überweisung oder Ladeguthaben | Norddeutscher Fokus; Rabattmodell für EWE-Kunden |
| nextmove | ca. 70-80 Euro | Überweisung auf Bankkonto | Spezialisiert auf THG; hohe Transparenz, Marktpreismodell |
| VW Naturstrom | ca. 65 Euro | Überweisung oder VW-Ladekarte | Direkte OEM-Lösung; Integration in myVolkswagen-App |
Beispielrechnung: Du fährst ein BEV und nutzt nextmove als Anbieter. Du erhältst 75 Euro Prämie. Der Aufwand: einmalig Fahrzeugschein fotografieren, Antrag online einreichen - ca. 10 Minuten. Wenn du zusätzlich eine gewerblich angemeldete Wallbox hast, kannst du weitere 100-200 Euro (je nach Ladevolumen) obendrauf erhalten. Macht zusammen potenziell 175-275 Euro pro Jahr für ein E-Auto mit Ladeinfrastruktur.
Schritt für Schritt: THG-Quote beantragen
Der Prozess ist bewusst einfach gehalten, damit möglichst viele E-Auto-Besitzer teilnehmen. So funktioniert es:
- Anbieter auswählen: Vergleiche die Konditionen der Anbieter (siehe Tabelle oben) und wähle denjenigen, der zur deiner Situation passt - ob du Wert auf maximale Auszahlung, schnelle Bearbeitung oder Integration in ein bestehendes Ökosystem legst.
- Registrierung: Erstelle ein Konto auf der Plattform des Anbieters. In der Regel reicht eine E-Mail-Adresse und deine IBAN für die Auszahlung.
- Fahrzeugschein hochladen: Fotografiere die Vorderseite (Seite 1) der Zulassungsbescheinigung Teil I. Achte auf gute Lesbarkeit, insbesondere die Felder 10 (Fahrzeugklasse) und 18 (Kraftstoffart). Seite 2 (Teil II) wird nicht benötigt.
- Antrag einreichen: Der Anbieter prüft deine Angaben und leitet den Antrag ans Umweltbundesamt weiter. Das dauert typischerweise 2-6 Wochen.
- UBA-Registrierung und Zertifikat: Das Umweltbundesamt registriert dein Fahrzeug und stellt das THG-Zertifikat aus. Der Anbieter kauft es dir zu den vereinbarten Konditionen ab.
- Auszahlung: Du erhältst die vereinbarte Prämie per Überweisung oder als Guthaben - je nach Anbieter zwischen 4 und 12 Wochen nach Antragsstellung.
- Jährlich wiederholen: Die THG-Quote kann einmal pro Kalenderjahr beantragt werden. Viele Anbieter erinnern dich automatisch, wenn der nächste Antrag möglich ist.
Tipp: Du kannst jedes Jahr den Anbieter wechseln - du bist nicht an einen Dienstleister gebunden. Es lohnt sich daher, die Konditionen zum Jahresanfang neu zu vergleichen, weil die Prämienstruktur sich mit dem Marktpreis für Zertifikate verändert.
Wallbox-THG: Zusatzprämie für gewerbliche Ladepunkte
Neben der Fahrzeug-THG-Quote gibt es seit 2022 einen zweiten Kanal: die Quote für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur. Das klingt nach großen Energieversorgern, betrifft aber auch Privatpersonen und Gewerbetreibende, die ihre Wallbox unter bestimmten Bedingungen öffentlich zugänglich machen.
Für die Wallbox-THG gelten folgende Anforderungen:
- Die Wallbox muss eine Leistung von mindestens 3,7 kW haben
- Sie muss als "öffentlich zugänglich" eingestuft sein - das bedeutet, sie muss für Dritte prinzipiell nutzbar sein (z.B. Mitarbeiter, Kunden, Gäste)
- Sie muss eichrechtskonform gemessen sein
- Der Betreiber muss ein Unternehmen oder eine Selbstständigkeit nachweisen können
Die Prämie für die Wallbox-THG ergibt sich aus dem tatsächlichen Ladevolumen. Gewerbliche Ladeinfrastruktur kann 100-300 Euro pro Jahr generieren, abhängig davon, wie viel Strom über den Ladepunkt geflossen ist. Für Unternehmen mit mehreren Ladepunkten summiert sich das schnell auf relevante Beträge.
Wenn du mehr über die Auswahl der richtigen Wallbox erfahren möchtest, lies unseren Smart-Wallbox-Vergleich 2026, in dem wir aktuelle Modelle mit Energiemanagement und App-Anbindung vorstellen. Auch die Wallbox-Förderung 2026 lohnt sich zu prüfen - staatliche Zuschüsse können die Investitionskosten deutlich senken.
THG-Quote + PV-Überschussladen: Die clevere Kombination
Wer ein E-Auto mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, schöpft das volle Einsparpotenzial aus. Das Prinzip des PV-Überschussladens erlaubt es, das Auto bevorzugt dann zu laden, wenn die eigene Solaranlage mehr Strom produziert als im Haushalt verbraucht wird. Statt den Überschuss ins Netz einzuspeisen (zu niedrigen Vergütungssätzen), nutzt du ihn direkt für das E-Auto - zu effektiv null Kosten.
Die THG-Quote kommt obendrauf: Sie vergütet den im E-Auto genutzten Strom pauschal, unabhängig davon, woher er stammt. Ob du Netzstrom oder PV-Eigenverbrauch tankst, spielt für die Quotenberechnung keine Rolle. Das bedeutet: Bei PV-Eigenverbrauch sparst du die Ladekosten und erhältst trotzdem die volle THG-Prämie.
Ein weiterer Schritt ist das bidirektionale Laden (V2H/V2G), bei dem das E-Auto als mobiler Speicher fungiert. Technisch noch nicht weit verbreitet, aber zukunftsweisend: Das Fahrzeug lädt tagsüber mit PV-Strom und gibt abends Energie ins Haus zurück. Mehr dazu liest du in unserem Artikel zu V2H und V2G.
Interessant ist auch die Kombination mit einem dynamischen Stromtarif wie Tibber. Durch intelligentes Laden zu günstigen Netzzeiten und das gleichzeitige Nutzen von PV-Überschüssen lassen sich die Ladekosten auf ein Minimum reduzieren. Unser Artikel Tibber + PV: Dynamische Stromtarife 2026 erklärt das Setup im Detail.
Falls du noch keine eigene Solaranlage hast und überlegst, eine zu installieren, schau dir unseren Solaranlagen-Wizard an. In wenigen Minuten findest du heraus, welche Anlage zu deinem Dach und deinen Zielen passt. Für die Finanzierung gibt es ebenfalls hilfreiche Informationen in unserem Beitrag zur PV-Anlage-Finanzierung 2026 mit KfW-Kredit.
Wenn du Wallbox und PV gemeinsam betreiben möchtest, erklärt unser Artikel Wallbox + PV: E-Auto mit Sonnenenergie laden 2026 alle technischen Details zu Steuerung, Wechselrichter-Integration und Energiemanagement-Systemen.
Wann lohnt sich die THG-Quote - und wann nicht?
Die THG-Quote lohnt sich, wenn:
- Du ein reines BEV fährst und als Halter im Fahrzeugschein eingetragen bist
- Du bereit bist, einmal jährlich ca. 10 Minuten für den Online-Antrag zu investieren
- Du eine gewerblich nutzbare Wallbox betreibst und diese für die Wallbox-Quote anmelden kannst
- Du mehrere E-Autos im Haushalt oder Betrieb hast - hier multipliziert sich die Prämie
Die THG-Quote lohnt sich weniger, wenn:
- Du einen PHEV fährst - dieser ist seit 2024 ausgeschlossen
- Du ein Leasing-Fahrzeug nutzt, bei dem der Hersteller der Halter ist und die Prämie einbehält
- Du eine sehr niedrige Prämie akzeptieren müsstest, weil dein bevorzugter Anbieter unattraktive Konditionen bietet - wechsle dann lieber
Unsere klare Empfehlung: Beantrage die THG-Quote jedes Jahr. Der Aufwand ist minimal, die Prämie ist ein kostenloser Bonus für eine ohnehin getätigte Investition. Wenn du die Wahl zwischen mehreren Anbietern hast, priorisiere Transparenz und schnelle Auszahlung über die höchste beworbene Prämie - manchmal verstecken sich Bedingungen im Kleingedruckten.
Als Einstieg für alle, die mit dem Gedanken spielen, auf Elektromobilität umzusteigen und gleichzeitig eine Solaranlage zu installieren, empfehlen wir unseren Leitfaden zur professionellen Solarplanung mit Enpal. Hier bekommst du ein individuelles Angebot für PV + Wallbox aus einer Hand - inklusive Planung, Installation und Wartung.
Häufige Fragen
Kann ich die THG-Quote auch für ein geleastes E-Auto beantragen?
Das hängt davon ab, wer als Halter im Fahrzeugschein eingetragen ist. Bei klassischem Leasing ist das in der Regel die Leasinggesellschaft - nicht du als Fahrer. In diesem Fall hat der Leasinggeber das Recht auf die THG-Quote. Viele Hersteller und Leasinggesellschaften haben jedoch Programme aufgelegt, bei denen sie die Prämie ganz oder teilweise an die Fahrer weitergeben. Prüfe deinen Leasingvertrag und frage beim Anbieter nach. Beim Kauf auf Kredit bist du hingegen sofort als Halter eingetragen und hast vollen Zugang zur Quote.
Wie oft kann ich die THG-Quote beantragen?
Einmal pro Kalenderjahr und Fahrzeug. Das Antragsjahr beginnt immer am 1. Januar. Du kannst den Antrag theoretisch ab dem ersten Januartag stellen - je früher, desto eher erfolgt die Auszahlung. Es gibt keine Wartefrist nach dem Kauf des Fahrzeugs; auch ein im Dezember zugelassenes Fahrzeug kann sofort im Januar des Folgejahres die Quote für das neue Kalenderjahr beantragen. Du bist nicht an einen Anbieter gebunden und kannst jedes Jahr wechseln.
Was passiert, wenn der THG-Marktpreis weiter sinkt?
Der Zertifikatsmarkt ist abhängig von Angebot und Nachfrage. Mit mehr E-Autos steigt das Angebot an Zertifikaten, was tendenziell den Preis drückt. Gleichzeitig steigen die gesetzlichen Quotenpflichten für Kraftstoffhändler bis 2030, was die Nachfrage stützt. Prognosen sind schwierig, aber viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich die Prämien in einem Bereich von 40-90 Euro für PKW stabilisieren werden - attraktiv genug für den minuten-schnellen Aufwand. Nutze Vergleichsportale, um jedes Jahr den besten Anbieter zu wählen.
Kann ich THG-Quote und Wallbox-Förderung gleichzeitig nutzen?
Ja, beides ist kombinierbar. Die Wallbox-Förderung - etwa über KfW oder Landesförderungen - bezuschusst die Anschaffung und Installation der Ladeinfrastruktur. Die Wallbox-THG vergütet das über den Ladepunkt geflossene Ladevolumen laufend jährlich. Diese Programme schließen sich nicht gegenseitig aus. Mehr zur aktuellen Förderung liest du in unserem Artikel zur Wallbox-Förderung 2026. Die Kombination aus Förderung, THG-Quote und PV-Eigenverbrauch macht die Ladeinfrastruktur zu einer der lukrativsten Investitionen rund ums E-Auto.
Muss ich die THG-Prämie versteuern?
Für private Halter ist die THG-Prämie nach aktuellem Stand (2026) steuerfrei, sofern sie im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung anfällt. Sie gilt steuerrechtlich als Veräußerungserlös eines Zertifikats unterhalb der Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte. Bei gewerblicher Nutzung - etwa bei der Wallbox-THG - ist die Prämie als Betriebseinnahme zu versteuern. Im Zweifelsfall empfehlen wir, einen Steuerberater zu konsultieren, da sich die steuerliche Einordnung noch im Wandel befindet und von individuellen Umständen abhängt.








