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PV-Ertragsrechner 2026: Solaranlage-Ertrag berechnen

PV-Ertragsrechner 2026: Solaranlage-Ertrag berechnen

Redaktion Solaranlage-Tipps
6 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

  • Faustregel 2026: 1 kWp Photovoltaik liefert in Deutschland 850 bis 1.150 kWh pro Jahr - Standort, Ausrichtung und Neigung entscheiden.
  • Eine 5-kWp-Anlage auf Süd-Dach mit 30 Grad Neigung produziert je nach Region zwischen 4.250 und 5.750 kWh pro Jahr.
  • Ost-West-Dächer verlieren nur 10 bis 15 Prozent gegenüber Süd - bei besserem Eigenverbrauch oft sogar wirtschaftlicher.
  • Verschattung ist der grösste Ertragskiller: schon ein verschatteter Strang kann 20 bis 40 Prozent kosten - unser Wizard prüft das in 60 Sekunden.
  • Realistische Werte liefert die Kombination aus PVGIS-Strahlungsdaten, Modul-Datenblatt und einem ehrlichen Schatten-Check vor Ort.

Jahresertrag interaktiv berechnen: Standort, Ausrichtung und Anlagengröße eingeben – Ergebnis sofort.

Zum PV-Ertragsrechner →
Photovoltaikanlage auf einem Hausdach
Foto: Pixabay / Pexels

Wie funktioniert ein PV-Ertragsrechner?

Ein PV-Ertragsrechner kombiniert vier Datenbausteine: Globalstrahlung am Standort (aus PVGIS oder DWD), Anlagengrösse in kWp, Dachausrichtung (Azimut) und Neigungswinkel. Aus diesen Werten errechnet er den spezifischen Jahresertrag in kWh pro installiertem Kilowatt-Peak (kWh/kWp/Jahr). Die Faustregel für Deutschland 2026 lautet: 950 bis 1.050 kWh pro kWp im Mittel - Süddeutschland erreicht 1.100 plus, Norddeutschland liegt bei 850 bis 950.

Anders gesagt: Wer eine 5-kWp-Anlage in Freiburg installiert, darf mit rund 5.500 kWh pro Jahr rechnen. Dieselbe Anlage in Hamburg bringt eher 4.500 kWh. Diese Differenz von 1.000 kWh entspricht - bei 35 Cent Strompreis und 60 Prozent Eigenverbrauch - etwa 210 Euro Ersparnis pro Jahr. Über 20 Jahre Anlagenlaufzeit summiert sich das auf über 4.000 Euro - Grund genug, die Standortdaten korrekt einzuwerten.

Praxisbeispiele: 3 / 5 / 8 / 10 kWp Jahresertrag

Die folgende Tabelle zeigt den zu erwartenden Jahresertrag für vier typische Anlagengrössen - jeweils auf Süd-Dach mit 30 Grad Neigung, verschattungsfrei, in drei Klimaregionen. Die Werte basieren auf PVGIS 5.2-Daten und kalibrierten Realdaten unserer Partnerinstallateure aus dem Jahr 2025.

AnlagengrösseNorddeutschland (900 kWh/kWp)Mitteldeutschland (1.000 kWh/kWp)Süddeutschland (1.150 kWh/kWp)
3 kWp (kleines EFH, ca. 18 m²)2.700 kWh/Jahr3.000 kWh/Jahr3.450 kWh/Jahr
5 kWp (mittleres EFH, ca. 28 m²)4.500 kWh/Jahr5.000 kWh/Jahr5.750 kWh/Jahr
8 kWp (grosses EFH mit Wärmepumpe, ca. 45 m²)7.200 kWh/Jahr8.000 kWh/Jahr9.200 kWh/Jahr
10 kWp (EFH plus E-Auto, ca. 55 m²)9.000 kWh/Jahr10.000 kWh/Jahr11.500 kWh/Jahr

Welche Grösse zu deinem Haushalt passt, hängt vom Stromverbrauch ab. Ein 4-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto landet schnell bei 8.000 bis 12.000 kWh pro Jahr - entsprechend solltest du 8 bis 10 kWp einplanen. Welche Komplettanlage dazu passt, klärst du am schnellsten mit unserem Solar-Wizard.

Komplettanlagen im Überblick

Regionale Unterschiede: Nord, Mitte, Süd

Deutschland teilt sich PV-technisch in drei grobe Klimazonen. Die durchschnittliche Globalstrahlung schwankt zwischen 950 kWh/m² in Schleswig-Holstein und 1.250 kWh/m² in Süd-Baden. Das macht beim spezifischen Ertrag rund 25 Prozent Unterschied - wer in Hamburg plant, sollte mit konservativeren Zahlen rechnen als jemand in Freiburg.

RegionBeispielstädteGlobalstrahlung (kWh/m²)Spezifischer Ertrag (kWh/kWp/Jahr)
NorddeutschlandHamburg, Bremen, Kiel, Rostock950 - 1.000850 - 950
MitteldeutschlandKöln, Berlin, Leipzig, Dresden1.050 - 1.100950 - 1.050
SüddeutschlandMünchen, Stuttgart, Freiburg1.150 - 1.2501.050 - 1.150

Wichtig: Diese Werte sind Jahresdurchschnitte. Im Juni produziert deine Anlage etwa zehnmal so viel wie im Dezember - was die Dimensionierung von Speicher und Eigenverbrauch entscheidend beeinflusst. Wer ganzjährige Autarkie anstrebt, muss in Norddeutschland deutlich überdimensionieren oder auf Netzbezug im Winter setzen.

Dach-Ausrichtung: Süd, Ost, West, Ost-West

Die Ausrichtung deines Daches (Azimut) ist nach der Region der zweitgrösste Ertragsfaktor. Süd-Dächer liefern den Maximalertrag - werden aber 2026 nicht mehr automatisch empfohlen. Grund: Ost-West-Anlagen liefern den Strom dann, wenn er auch verbraucht wird (morgens und abends), was den Eigenverbrauchsanteil und damit die Wirtschaftlichkeit oft verbessert.

Ausrichtung (Azimut)Ertrag in % von Süd-OptimumPraxis-Effekt
Süd (0°)100 %Maximaler Gesamtertrag, Mittagsspitze
Süd-Ost / Süd-West (±45°)95 - 97 %Kaum Verlust, ausgeglichene Tagesproduktion
Ost oder West (±90°)83 - 88 %Klare Vormittags- oder Nachmittagsspitze
Ost-West-Splitting85 - 90 %Breite Tagesproduktion, idealer Eigenverbrauch
Nord (180°)55 - 65 %Wirtschaftlich meist nicht sinnvoll

Eine 10-kWp-Ost-West-Anlage produziert zwar 10 bis 15 Prozent weniger als die identische Süd-Anlage - verteilt den Ertrag aber gleichmässig über den Tag. Wer keinen Speicher hat, profitiert deutlich. Mehr dazu im Praxis-Hub Eigenverbrauch optimieren.

Unsere meistgekauften Solarprodukte

Einfluss der Dachneigung (0° bis 60°)

Die optimale Neigung für eine Süd-Anlage in Deutschland liegt zwischen 30 und 35 Grad. Flache und sehr steile Dächer verlieren - aber weniger dramatisch als oft angenommen. Bei Ost-West-Anlagen ist die optimale Neigung sogar flacher (15 bis 20 Grad), weil der Sonnenstand morgens und abends niedriger steht.

NeigungSüd-Ausrichtung (% vom Optimum)Typischer Anwendungsfall
0° (Flachdach)88 %Aufständerung mit 10 - 15° empfohlen
15°96 %Niedrige Pultdächer
30°100 %Klassisches Satteldach - Optimum
45°97 %Steile Satteldächer
60°89 %Sehr steile Dächer, gut für Winterertrag

Ein flaches Dach mit 0 Grad Neigung kann durch Aufständerung leicht in den 30-Grad-Bereich gebracht werden - Standardprodukt im Solarcarport- oder Flachdach-Segment. Bei bifazialen PV-Modulen verschiebt sich die Optimum-Neigung leicht, weil die Rückseite Albedo-Strahlung nutzt - Details im Hub Bifaziale Solarmodule.

Unsere PV-Module

Verschattung: der grösste Ertragskiller

Verschattung wirkt sich überproportional auf den Ertrag aus. Schon ein einzelnes verschattetes Modul kann - je nach Verschaltung - einen ganzen String mitziehen. Moderne Anlagen begegnen dem mit Modul-Optimierern oder Microwechselrichtern, die jedes Modul einzeln regeln.

  • Kein Schatten: 100 % des berechneten Ertrags
  • Leichte Morgen- oder Abendschatten (Nachbarhaus, Baum in 50 m Entfernung): minus 3 bis 8 %
  • Teilverschattung im Mittagsbereich (Schornstein, Antenne, Dachfenster): minus 10 bis 20 %
  • Permanente Kernschatten (grosser Baum direkt am Haus, Nachbargebäude): minus 20 bis 40 %
  • Mit Optimierern oder Microinvertern: Verschattungsverlust halbiert sich typischerweise

Praxis-Tipp: Lass vor der Planung einen Schatten-Wurf-Check durchführen (PVGIS Horizon-Tool oder professionelle Drohnenvermessung). Verschattung lässt sich nachträglich nur schwer korrigieren - die richtige Modul-Verschaltung und Wechselrichter-Topologie muss vor dem Kauf feststehen.

Vom Rechner zur Realität: häufige Abweichungen

PV-Ertragsrechner liefern Modellwerte. Die Praxis weicht ab - meist nach unten - durch fünf typische Faktoren. Wer diese kennt, kalkuliert realistisch:

  1. Wechselrichter-Wirkungsgrad: Moderne Geräte erreichen 97 bis 98 %, ältere oder unterdimensionierte WR fressen 2 bis 5 % zusätzlich.
  2. Modul-Degradation: 0,3 bis 0,5 % Leistungsverlust pro Jahr - nach 20 Jahren also noch rund 90 % der ursprünglichen kWp.
  3. Verschmutzung: Staub, Pollen, Vogeldreck kosten 2 bis 5 % pro Jahr - Reinigung lohnt erst bei starker Verschmutzung.
  4. Temperatur: Module verlieren bei jeder Erhöhung über 25 °C rund 0,4 % pro Grad. Im Hochsommer ist der Wirkungsgrad daher niedriger als im Frühjahr.
  5. Verkabelungsverluste: Lange DC-Strecken oder zu dünne Kabel kosten weitere 1 bis 3 %.

In Summe sind 5 bis 10 % Abschlag vom Theoriewert ein realistischer Puffer. Wer den Ertragsrechner mit 950 kWh/kWp füttert, sollte real also mit 850 bis 900 kWh/kWp rechnen.

Welche Anlage lohnt sich wann?

Lohnt sich: sobald dein Stromverbrauch über 3.500 kWh pro Jahr liegt, das Dach mindestens 70 % von Süd-Optimum erreicht und keine permanente Verschattung herrscht. Amortisation typischerweise 10 bis 14 Jahre, danach 15 bis 20 Jahre Reinertrag. Details im Rechner Amortisation berechnen.

Lohnt sich eingeschränkt: bei Nord-Dach (unter 65 % Optimum), permanenter Mittagsverschattung oder geplantem Umzug innerhalb von 8 Jahren. Hier prüfe, ob ein Balkonkraftwerk mit 800 W die bessere Wahl ist - der BKW-Rechner klärt das in zwei Minuten.

Lohnt sich nicht: bei extremer Verschattung über 40 %, sehr kleinem Verbrauch unter 2.000 kWh, oder wenn das Dach in den nächsten 5 Jahren saniert werden muss. In diesen Fällen erst Sanierung abwarten und dann neu planen.

Kauf-Empfehlung 2026

Unsere Empfehlung für die meisten Einfamilienhaus-Haushalte 2026: 8 bis 10 kWp PV-Anlage auf dem Hauptdach, kombiniert mit einem passend dimensionierten Speicher (Faustregel: 1 kWh Speicher pro 1 kWp PV). Wenn das Dach nicht reicht, ist ein zweiter String auf Ost- oder West-Fläche fast immer wirtschaftlich.

Starte mit unserem 3-Minuten-Wizard - er ermittelt anhand deiner Region, Dachausrichtung und Verbrauchs die passende Anlagengrösse und schlägt Komplettpakete vor. Wer lieber direkt vergleicht, findet die meistverkauften Komplettanlagen 2026 im Bestseller-Widget weiter oben - und die effizientesten Module in unserer PV-Modul-Kategorie.

Solaranlagen passend zu deinem berechneten Jahresertrag

Dein errechneter Ertrag gibt dir Orientierung, welche Anlagengröße sich für dich lohnt. Diese Komplettsets decken die drei häufigsten Leistungsklassen ab:

Solaranlagen mit hohem Ertrag

Wir empfehlen drei Anlagen in unterschiedlichen Größenklassen — passend zu deinem berechneten Jahresertrag.

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