PV-Ertragsrechner 2026: Solaranlage-Ertrag berechnen
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- Faustregel 2026: 1 kWp Photovoltaik liefert in Deutschland 850 bis 1.150 kWh pro Jahr - Standort, Ausrichtung und Neigung entscheiden.
- Eine 5-kWp-Anlage auf Süd-Dach mit 30 Grad Neigung produziert je nach Region zwischen 4.250 und 5.750 kWh pro Jahr.
- Ost-West-Dächer verlieren nur 10 bis 15 Prozent gegenüber Süd - bei besserem Eigenverbrauch oft sogar wirtschaftlicher.
- Verschattung ist der grösste Ertragskiller: schon ein verschatteter Strang kann 20 bis 40 Prozent kosten - unser Wizard prüft das in 60 Sekunden.
- Realistische Werte liefert die Kombination aus PVGIS-Strahlungsdaten, Modul-Datenblatt und einem ehrlichen Schatten-Check vor Ort.
Jahresertrag interaktiv berechnen: Standort, Ausrichtung und Anlagengröße eingeben – Ergebnis sofort.
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Wie funktioniert ein PV-Ertragsrechner?
Ein PV-Ertragsrechner kombiniert vier Datenbausteine: Globalstrahlung am Standort (aus PVGIS oder DWD), Anlagengrösse in kWp, Dachausrichtung (Azimut) und Neigungswinkel. Aus diesen Werten errechnet er den spezifischen Jahresertrag in kWh pro installiertem Kilowatt-Peak (kWh/kWp/Jahr). Die Faustregel für Deutschland 2026 lautet: 950 bis 1.050 kWh pro kWp im Mittel - Süddeutschland erreicht 1.100 plus, Norddeutschland liegt bei 850 bis 950.
Anders gesagt: Wer eine 5-kWp-Anlage in Freiburg installiert, darf mit rund 5.500 kWh pro Jahr rechnen. Dieselbe Anlage in Hamburg bringt eher 4.500 kWh. Diese Differenz von 1.000 kWh entspricht - bei 35 Cent Strompreis und 60 Prozent Eigenverbrauch - etwa 210 Euro Ersparnis pro Jahr. Über 20 Jahre Anlagenlaufzeit summiert sich das auf über 4.000 Euro - Grund genug, die Standortdaten korrekt einzuwerten.
Praxisbeispiele: 3 / 5 / 8 / 10 kWp Jahresertrag
Die folgende Tabelle zeigt den zu erwartenden Jahresertrag für vier typische Anlagengrössen - jeweils auf Süd-Dach mit 30 Grad Neigung, verschattungsfrei, in drei Klimaregionen. Die Werte basieren auf PVGIS 5.2-Daten und kalibrierten Realdaten unserer Partnerinstallateure aus dem Jahr 2025.
| Anlagengrösse | Norddeutschland (900 kWh/kWp) | Mitteldeutschland (1.000 kWh/kWp) | Süddeutschland (1.150 kWh/kWp) |
|---|---|---|---|
| 3 kWp (kleines EFH, ca. 18 m²) | 2.700 kWh/Jahr | 3.000 kWh/Jahr | 3.450 kWh/Jahr |
| 5 kWp (mittleres EFH, ca. 28 m²) | 4.500 kWh/Jahr | 5.000 kWh/Jahr | 5.750 kWh/Jahr |
| 8 kWp (grosses EFH mit Wärmepumpe, ca. 45 m²) | 7.200 kWh/Jahr | 8.000 kWh/Jahr | 9.200 kWh/Jahr |
| 10 kWp (EFH plus E-Auto, ca. 55 m²) | 9.000 kWh/Jahr | 10.000 kWh/Jahr | 11.500 kWh/Jahr |
Welche Grösse zu deinem Haushalt passt, hängt vom Stromverbrauch ab. Ein 4-Personen-Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto landet schnell bei 8.000 bis 12.000 kWh pro Jahr - entsprechend solltest du 8 bis 10 kWp einplanen. Welche Komplettanlage dazu passt, klärst du am schnellsten mit unserem Solar-Wizard.
Regionale Unterschiede: Nord, Mitte, Süd
Deutschland teilt sich PV-technisch in drei grobe Klimazonen. Die durchschnittliche Globalstrahlung schwankt zwischen 950 kWh/m² in Schleswig-Holstein und 1.250 kWh/m² in Süd-Baden. Das macht beim spezifischen Ertrag rund 25 Prozent Unterschied - wer in Hamburg plant, sollte mit konservativeren Zahlen rechnen als jemand in Freiburg.
| Region | Beispielstädte | Globalstrahlung (kWh/m²) | Spezifischer Ertrag (kWh/kWp/Jahr) |
|---|---|---|---|
| Norddeutschland | Hamburg, Bremen, Kiel, Rostock | 950 - 1.000 | 850 - 950 |
| Mitteldeutschland | Köln, Berlin, Leipzig, Dresden | 1.050 - 1.100 | 950 - 1.050 |
| Süddeutschland | München, Stuttgart, Freiburg | 1.150 - 1.250 | 1.050 - 1.150 |
Wichtig: Diese Werte sind Jahresdurchschnitte. Im Juni produziert deine Anlage etwa zehnmal so viel wie im Dezember - was die Dimensionierung von Speicher und Eigenverbrauch entscheidend beeinflusst. Wer ganzjährige Autarkie anstrebt, muss in Norddeutschland deutlich überdimensionieren oder auf Netzbezug im Winter setzen.
Dach-Ausrichtung: Süd, Ost, West, Ost-West
Die Ausrichtung deines Daches (Azimut) ist nach der Region der zweitgrösste Ertragsfaktor. Süd-Dächer liefern den Maximalertrag - werden aber 2026 nicht mehr automatisch empfohlen. Grund: Ost-West-Anlagen liefern den Strom dann, wenn er auch verbraucht wird (morgens und abends), was den Eigenverbrauchsanteil und damit die Wirtschaftlichkeit oft verbessert.
| Ausrichtung (Azimut) | Ertrag in % von Süd-Optimum | Praxis-Effekt |
|---|---|---|
| Süd (0°) | 100 % | Maximaler Gesamtertrag, Mittagsspitze |
| Süd-Ost / Süd-West (±45°) | 95 - 97 % | Kaum Verlust, ausgeglichene Tagesproduktion |
| Ost oder West (±90°) | 83 - 88 % | Klare Vormittags- oder Nachmittagsspitze |
| Ost-West-Splitting | 85 - 90 % | Breite Tagesproduktion, idealer Eigenverbrauch |
| Nord (180°) | 55 - 65 % | Wirtschaftlich meist nicht sinnvoll |
Eine 10-kWp-Ost-West-Anlage produziert zwar 10 bis 15 Prozent weniger als die identische Süd-Anlage - verteilt den Ertrag aber gleichmässig über den Tag. Wer keinen Speicher hat, profitiert deutlich. Mehr dazu im Praxis-Hub Eigenverbrauch optimieren.
Einfluss der Dachneigung (0° bis 60°)
Die optimale Neigung für eine Süd-Anlage in Deutschland liegt zwischen 30 und 35 Grad. Flache und sehr steile Dächer verlieren - aber weniger dramatisch als oft angenommen. Bei Ost-West-Anlagen ist die optimale Neigung sogar flacher (15 bis 20 Grad), weil der Sonnenstand morgens und abends niedriger steht.
| Neigung | Süd-Ausrichtung (% vom Optimum) | Typischer Anwendungsfall |
|---|---|---|
| 0° (Flachdach) | 88 % | Aufständerung mit 10 - 15° empfohlen |
| 15° | 96 % | Niedrige Pultdächer |
| 30° | 100 % | Klassisches Satteldach - Optimum |
| 45° | 97 % | Steile Satteldächer |
| 60° | 89 % | Sehr steile Dächer, gut für Winterertrag |
Ein flaches Dach mit 0 Grad Neigung kann durch Aufständerung leicht in den 30-Grad-Bereich gebracht werden - Standardprodukt im Solarcarport- oder Flachdach-Segment. Bei bifazialen PV-Modulen verschiebt sich die Optimum-Neigung leicht, weil die Rückseite Albedo-Strahlung nutzt - Details im Hub Bifaziale Solarmodule.
Verschattung: der grösste Ertragskiller
Verschattung wirkt sich überproportional auf den Ertrag aus. Schon ein einzelnes verschattetes Modul kann - je nach Verschaltung - einen ganzen String mitziehen. Moderne Anlagen begegnen dem mit Modul-Optimierern oder Microwechselrichtern, die jedes Modul einzeln regeln.
- Kein Schatten: 100 % des berechneten Ertrags
- Leichte Morgen- oder Abendschatten (Nachbarhaus, Baum in 50 m Entfernung): minus 3 bis 8 %
- Teilverschattung im Mittagsbereich (Schornstein, Antenne, Dachfenster): minus 10 bis 20 %
- Permanente Kernschatten (grosser Baum direkt am Haus, Nachbargebäude): minus 20 bis 40 %
- Mit Optimierern oder Microinvertern: Verschattungsverlust halbiert sich typischerweise
Praxis-Tipp: Lass vor der Planung einen Schatten-Wurf-Check durchführen (PVGIS Horizon-Tool oder professionelle Drohnenvermessung). Verschattung lässt sich nachträglich nur schwer korrigieren - die richtige Modul-Verschaltung und Wechselrichter-Topologie muss vor dem Kauf feststehen.
Vom Rechner zur Realität: häufige Abweichungen
PV-Ertragsrechner liefern Modellwerte. Die Praxis weicht ab - meist nach unten - durch fünf typische Faktoren. Wer diese kennt, kalkuliert realistisch:
- Wechselrichter-Wirkungsgrad: Moderne Geräte erreichen 97 bis 98 %, ältere oder unterdimensionierte WR fressen 2 bis 5 % zusätzlich.
- Modul-Degradation: 0,3 bis 0,5 % Leistungsverlust pro Jahr - nach 20 Jahren also noch rund 90 % der ursprünglichen kWp.
- Verschmutzung: Staub, Pollen, Vogeldreck kosten 2 bis 5 % pro Jahr - Reinigung lohnt erst bei starker Verschmutzung.
- Temperatur: Module verlieren bei jeder Erhöhung über 25 °C rund 0,4 % pro Grad. Im Hochsommer ist der Wirkungsgrad daher niedriger als im Frühjahr.
- Verkabelungsverluste: Lange DC-Strecken oder zu dünne Kabel kosten weitere 1 bis 3 %.
In Summe sind 5 bis 10 % Abschlag vom Theoriewert ein realistischer Puffer. Wer den Ertragsrechner mit 950 kWh/kWp füttert, sollte real also mit 850 bis 900 kWh/kWp rechnen.
Welche Anlage lohnt sich wann?
Lohnt sich: sobald dein Stromverbrauch über 3.500 kWh pro Jahr liegt, das Dach mindestens 70 % von Süd-Optimum erreicht und keine permanente Verschattung herrscht. Amortisation typischerweise 10 bis 14 Jahre, danach 15 bis 20 Jahre Reinertrag. Details im Rechner Amortisation berechnen.
Lohnt sich eingeschränkt: bei Nord-Dach (unter 65 % Optimum), permanenter Mittagsverschattung oder geplantem Umzug innerhalb von 8 Jahren. Hier prüfe, ob ein Balkonkraftwerk mit 800 W die bessere Wahl ist - der BKW-Rechner klärt das in zwei Minuten.
Lohnt sich nicht: bei extremer Verschattung über 40 %, sehr kleinem Verbrauch unter 2.000 kWh, oder wenn das Dach in den nächsten 5 Jahren saniert werden muss. In diesen Fällen erst Sanierung abwarten und dann neu planen.
Kauf-Empfehlung 2026
Unsere Empfehlung für die meisten Einfamilienhaus-Haushalte 2026: 8 bis 10 kWp PV-Anlage auf dem Hauptdach, kombiniert mit einem passend dimensionierten Speicher (Faustregel: 1 kWh Speicher pro 1 kWp PV). Wenn das Dach nicht reicht, ist ein zweiter String auf Ost- oder West-Fläche fast immer wirtschaftlich.
Starte mit unserem 3-Minuten-Wizard - er ermittelt anhand deiner Region, Dachausrichtung und Verbrauchs die passende Anlagengrösse und schlägt Komplettpakete vor. Wer lieber direkt vergleicht, findet die meistverkauften Komplettanlagen 2026 im Bestseller-Widget weiter oben - und die effizientesten Module in unserer PV-Modul-Kategorie.
Solaranlagen passend zu deinem berechneten Jahresertrag
Dein errechneter Ertrag gibt dir Orientierung, welche Anlagengröße sich für dich lohnt. Diese Komplettsets decken die drei häufigsten Leistungsklassen ab:
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Wir empfehlen drei Anlagen in unterschiedlichen Größenklassen — passend zu deinem berechneten Jahresertrag.

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