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Wie viel kWp passen aufs Dach? Dachfläche, Modulanzahl & Leistung berechnen 2026

Wie viel kWp passen aufs Dach? Dachfläche, Modulanzahl & Leistung berechnen 2026

Auf einen Blick

  • Faustformel Fläche: Pro 1 kWp brauchen Sie rund 5-6 m² Dachfläche - das entspricht etwa 2 modernen Modulen.
  • Modulmaß 2026: Ein 440-450-W-Modul misst circa 1,7-1,9 m² (ca. 1,76 m x 1,13 m).
  • Schnellrechner: Nutzbare Dachfläche geteilt durch 5,5 m² ergibt grob die installierbare Leistung in kWp.
  • Ertrag: In Deutschland liefert 1 kWp je nach Lage rund 950-1.050 kWh Strom pro Jahr.
  • Abzüge nicht vergessen: Dachfenster, Kamine, Gauben, Randabstände und Verschattung schmälern die belegbare Fläche oft um 20-40 %.
  • Ost-West bringt mehr Module: Bei zwei nutzbaren Dachseiten passt deutlich mehr Leistung aufs Dach als bei reiner Süd-Belegung.
Solarmodule auf einem Hausdach
Foto: Calvin Seng / Pexels

Bevor Sie Angebote einholen, lohnt eine ehrliche Frage: Wie viel Photovoltaik passt überhaupt auf Ihr Dach? Die Antwort entscheidet darüber, ob eine 5-kWp-Anlage realistisch ist oder ob auch 12 kWp und mehr drin sind. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen mit klaren Faustformeln, einer durchgerechneten Beispieltabelle und einem konkreten Rechenbeispiel, wie Sie die mögliche Modulanzahl, die Leistung in kWp und den groben Jahresertrag selbst abschätzen - ganz ohne Dachklettern.

Die wichtigste Faustformel: kWp pro Quadratmeter Dachfläche

Die zentrale Kennzahl lautet: Pro 1 kWp installierter Leistung benötigen Sie etwa 5 bis 6 m² Dachfläche. Diese Spanne ergibt sich aus den Maßen heutiger Solarmodule plus den nötigen Abständen und Montagelücken. Wer eine schnelle Schätzung will, rechnet mit dem Mittelwert von 5,5 m² je kWp.

Der Hintergrund: Ein modernes Standardmodul mit 440 bis 450 Watt misst rund 1,76 m x 1,13 m, also ungefähr 1,99 m² Bruttofläche, in der Praxis kalkuliert man mit 1,7-1,9 m² nutzbarer Belegungsfläche pro Modul. Da zwei solcher Module zusammen knapp unter 1 kWp liegen (2 x 445 W = 890 W), gilt die handliche Regel: etwa 2 Module ergeben 1 kWp, und 2 Module belegen rund 4 m² reine Modulfläche - mit Reihenabständen und Randzonen landen Sie bei den genannten 5-6 m² pro kWp.

Wenn Sie Ihre Anlage Schritt für Schritt durchplanen möchten, hilft unser Leitfaden Solaranlage planen in 7 Schritten. Für die spätere Ertragsabschätzung empfehlen wir zusätzlich den PV-Ertragsrechner 2026.

Modulmaße und Leistung 2026 im Überblick

Die genaue Modulanzahl hängt vom gewählten Modultyp ab. Größere Module bringen mehr Leistung pro Stück, brauchen aber auch mehr Platz am Stück. Diese Tabelle zeigt typische Werte für gängige Modulklassen (Stand 2026):

ModulklasseMaße (ca.)Fläche/ModulModule pro kWpPreis/Modul (Stand 2026)
410 W1,72 x 1,13 m1,94 m²ca. 2,4ab 75-95 €
440 W1,76 x 1,13 m1,99 m²ca. 2,3ab 80-105 €
450 W1,76 x 1,13 m1,99 m²ca. 2,2ab 85-115 €
500 W (XL)1,95 x 1,13 m2,20 m²ca. 2,0ab 100-130 €

Welche Module sich qualitativ lohnen und welche Hersteller 2026 vorne liegen, lesen Sie im Marktüberblick beste Solarmodule 2026. Wer den letzten Prozentpunkt Ertrag herausholen will, findet praktische Tipps im Beitrag Wirkungsgrad der PV-Module erhöhen.

Beispieltabelle: Wie viel kWp passen auf welche Dachfläche?

Jetzt wird es konkret. Die folgende Tabelle übersetzt die Bruttodachfläche in eine realistisch nutzbare Belegung. Wichtig: Wir rechnen mit einem Abzug von etwa 25-30 % für Randabstände, Dachaufbauten und Sicherheitsstreifen - die Bruttodachfläche ist nie zu 100 % belegbar. Der Ertrag basiert auf rund 1.000 kWh pro kWp und Jahr.

BruttodachflächeNutzbar (~70-75 %)Leistung (kWp)Module (445 W)Jahresertrag (ca.)
50 m²ca. 36 m²ca. 6 kWpca. 14 Moduleca. 6.000 kWh
80 m²ca. 58 m²ca. 10 kWpca. 22 Moduleca. 10.000 kWh
100 m²ca. 72 m²ca. 13 kWpca. 28 Moduleca. 13.000 kWh
150 m²ca. 108 m²ca. 19 kWpca. 42 Moduleca. 19.000 kWh
200 m²ca. 145 m²ca. 26 kWpca. 58 Moduleca. 26.000 kWh

Die häufige Frage "100 qm Dach, wieviel kWp?" beantwortet sich damit von selbst: rund 13 kWp bei guter Belegung. Und wieviel kWp bei 150 m²? Etwa 19 kWp, sofern keine größeren Hindernisse im Weg sind. Beachten Sie aber: Bei einem klassischen Satteldach steht Ihnen für eine reine Süd-Anlage nur eine Dachseite zur Verfügung - also oft nur die Hälfte der Gesamtdachfläche.

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Abzüge: Warum nie die volle Dachfläche zählt

Die größte Fehlerquelle bei der Eigenplanung ist, die komplette Dachfläche als belegbar anzunehmen. In der Realität gehen oft 20 bis 40 % verloren. Diese Faktoren ziehen Fläche ab:

  • Dachfenster und Gauben: Sie blockieren nicht nur ihre eigene Fläche, sondern auch die Module darüber durch Verschattung.
  • Kamine, Lüftungsrohre, Antennen: Jeder Aufbau braucht einen verschattungsfreien Abstand rundherum.
  • Randabstände: Aus brandschutz- und statiktechnischen Gründen bleibt an First, Traufe und Ortgang ein Streifen frei.
  • Verschattung von außen: Nachbargebäude, Bäume oder der eigene Schornstein werfen über den Tag wandernde Schatten.
  • Dachform: Walmdächer, Krüppelwalm oder viele kleine Flächen lassen sich schlechter mit rechteckigen Modulen belegen als ein glattes Satteldach.

Auch die Statik setzt Grenzen: Bevor Module aufs Dach kommen, muss die Tragfähigkeit passen. Mehr dazu in unserem Beitrag Schneelast, Windlast und Dachstatik bei PV. Für die saubere Befestigung lohnt ein Blick in den Ratgeber Montagematerial für PV-Anlagen.

Wie viele kWp passen auf Ihr Dach?

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Süd-Vollbelegung oder Ost-West? Was mehr aufs Dach bringt

Die Ausrichtung Ihres Daches entscheidet mit, wie viele Module sinnvoll sind. Zwei typische Szenarien:

Reine Süd-Belegung

Bei einem Satteldach mit Süd-Nord-Ausrichtung belegen Sie nur die Südseite. Das bringt den höchsten Ertrag pro Modul (Spitze rund um die Mittagszeit), aber Sie nutzen eben nur eine Dachhälfte. Die Nordseite bleibt meist frei, weil sie zu wenig Sonne bekommt.

Ost-West-Belegung

Liegt das Dach in Ost-West-Richtung, belegen Sie beide Dachseiten - das ergibt fast doppelt so viele Module und damit deutlich mehr kWp aufs Dach. Der Ertrag pro Modul ist etwas geringer, dafür verteilt sich die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag (morgens Ost, abends West). Das passt oft besser zum eigenen Verbrauch. Details im Beitrag Ost-West-Dach Photovoltaik 2026.

Bei Flachdächern wiederum kommt die Aufständerung ins Spiel - hier bestimmen Reihenabstand und Ballast die Modulzahl, siehe Photovoltaik auf dem Flachdach. Eine elegante Alternative ohne Aufbauten sind Solardachziegel und Indach-Photovoltaik. Welcher Neigungswinkel den meisten Ertrag liefert, klärt der Ratgeber optimale Ausrichtung und Winkel.

Rechenbeispiel: 100 m² Satteldach mit Süd-Ausrichtung

Nehmen wir ein typisches Einfamilienhaus. Das gesamte Satteldach hat 100 m² Grundfläche, also je 50 m² pro Dachseite. Geplant ist eine reine Süd-Anlage:

  1. Verfügbare Seite: 50 m² Südseite.
  2. Abzüge: Ein Dachfenster und zwei Randstreifen kosten rund 30 %, es bleiben ca. 35 m² nutzbar.
  3. Leistung: 35 m² geteilt durch 5,5 m²/kWp = rund 6,3 kWp.
  4. Modulzahl: 6,3 kWp x 2 Module/kWp = etwa 14 Module à 445 W.
  5. Ertrag: 6,3 kWp x 1.000 kWh = rund 6.300 kWh pro Jahr.

Ein 4-Personen-Haushalt verbraucht typischerweise 4.000-4.500 kWh im Jahr. Eine solche 6-kWp-Anlage deckt den Bedarf rechnerisch komplett - allerdings nur mit Speicher zu hohem Eigenverbrauchsanteil, da viel Strom mittags anfällt. Welche Anlagengröße zu welchem Haushalt passt, zeigt der Beitrag Welche Solaranlage für einen 4-Personen-Haushalt. Konkrete Komplettpakete finden Sie unter 5-kWp-Komplettanlage sowie 10-kWp-Komplettanlage.

Von kWp zum Ertrag und Eigenbedarf

Die Brücke von der Leistung zum tatsächlichen Nutzen führt über den spezifischen Ertrag: In Deutschland liefert 1 kWp je nach Region, Ausrichtung und Neigung rund 950 bis 1.050 kWh pro Jahr. Im sonnenreichen Süden eher 1.050 kWh, im bewölkten Norden eher 950 kWh. Multiplizieren Sie Ihre kWp einfach mit 1.000, um eine solide Hausnummer zu erhalten.

Wie viel davon Sie selbst nutzen (Eigenverbrauchsquote), hängt von Ihrem Verbrauchsprofil und einem eventuellen Speicher ab. Ohne Speicher liegen Sie oft bei 25-35 % Eigenverbrauch, mit Speicher bei 55-70 %. Die Dimensionierung von Speicher und Wechselrichter ist ein eigenes Thema - hier geht es nur um die Dachfläche. Komplette Pakete inklusive aller Komponenten finden Sie in unseren Komplettanlagen, einzelne Module in der Kategorie PV-Module.

Komplettanlagen im Überblick

Unsere Empfehlung

Rechnen Sie zuerst grob mit der Faustformel (nutzbare Fläche geteilt durch 5,5 m²), und ziehen Sie ehrlich 25-30 % für Hindernisse ab. Wer ein Ost-West-Dach hat, sollte beide Seiten belegen - das maximiert die kWp und glättet die Erzeugung. Bei reiner Süd-Belegung zählt nur eine Dachhälfte. Für eine belastbare, auf Ihr Dach zugeschnittene Berechnung empfehlen wir den Solaranlagen-Wizard, der Fläche, Ausrichtung und Verbrauch in eine konkrete Empfehlung übersetzt.

Häufige Fragen

Wie viel kWp passen auf 1 m² Dachfläche?

Pro Quadratmeter Dachfläche lässt sich grob 0,18 bis 0,2 kWp installieren - oder umgekehrt: 1 kWp braucht rund 5-6 m². Bei einem 100-m²-Dach sind nach Abzügen also etwa 13 kWp realistisch.

Wie viele Module passen aufs Dach?

Als Faustformel gelten etwa 2 Module pro kWp. Auf 36 m² nutzbarer Fläche passen rund 14 Module à 445 W (ca. 6 kWp). Maßgeblich sind aber Dachform, Hindernisse und ob Sie ein oder zwei Dachseiten belegen.

Wie viel kWp bei 150 m² Dachfläche?

Bei 150 m² Bruttodachfläche und etwa 70-75 % Nutzbarkeit sind rund 19 kWp und etwa 42 Module möglich. Auf einem Satteldach mit reiner Süd-Belegung halbiert sich dieser Wert, da nur eine Dachseite zählt.

Wie berechne ich den Jahresertrag aus der kWp-Zahl?

Multiplizieren Sie die installierte Leistung in kWp mit etwa 1.000 kWh. Eine 10-kWp-Anlage liefert also rund 10.000 kWh pro Jahr - je nach Standort zwischen 9.500 und 10.500 kWh.

Lohnt sich Ost-West statt reiner Süd-Ausrichtung?

Häufig ja: Ost-West bringt mehr Module aufs Dach und verteilt die Erzeugung über den Tag, was den Eigenverbrauch steigert. Pro Modul ist der Ertrag etwas geringer, in Summe holen Sie aber oft mehr Leistung und passenderen Strom heraus.

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