EEG-Umlage 2026: Gibt es die noch?
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- Nein - die EEG-Umlage gibt es 2026 nicht mehr (abgeschafft zum 1.1.2023). Sie taucht auf keiner Stromrechnung mehr auf.
- Vorsicht, Verwechslungsgefahr: Die EEG-Umlage (die man früher zahlte) ist weg - die EEG-Einspeisevergütung (die du als PV-Besitzer für eingespeisten Strom bekommst) gibt es weiterhin.
- Für Solaranlagen-Besitzer heißt das: keine Umlage mehr auf den Eigenverbrauch ("Sonnensteuer") - das ist endgültig erledigt.
- 2026 stehen weiterhin andere Umlagen auf der Rechnung: KWKG-Umlage, Umlage nach Paragraf 19 Abs. 2 StromNEV und die Offshore-Netzumlage.
- Die Förderung erneuerbarer Energien läuft jetzt über den Bundeshaushalt statt über einen Aufschlag auf deinen Strompreis.
Gibt es die EEG-Umlage 2026 noch?
Kurz und schmerzlos: Nein. Wenn du 2026 deine Stromrechnung durchgehst und nach dem Posten "EEG-Umlage" suchst, wirst du ihn nicht mehr finden. Die EEG-Umlage war ein Aufschlag auf den Strompreis, mit dem über Jahre der Ausbau von Photovoltaik, Wind- und anderen erneuerbaren Energien finanziert wurde. Genau dieser Aufschlag wurde zum 1. Juli 2022 zunächst auf 0 ct/kWh gesenkt und zum 1. Januar 2023 gesetzlich vollständig abgeschafft.
Seitdem läuft die Förderung der erneuerbaren Energien nach dem EEG 2023 nicht mehr über deine Stromrechnung, sondern über den Bundeshaushalt. Heißt im Klartext: Die Kosten für den Ausbau werden aus Steuermitteln getragen, nicht mehr von jeder einzelnen verbrauchten Kilowattstunde. Stand: Juni 2026 ist daran nichts mehr zu rütteln - die Umlage ist Geschichte.
Der Hintergrund ist schnell erzählt: Die EEG-Umlage war über viele Jahre einer der größten und am häufigsten diskutierten Posten auf der Stromrechnung. Je mehr erneuerbare Anlagen ans Netz gingen, desto mehr Fördergeld floss - und das wurde direkt auf den Strompreis umgelegt. Mit der Verlagerung auf den Bundeshaushalt wollte der Gesetzgeber den Strompreis entlasten und die Finanzierung des Ausbaus von der Stromrechnung entkoppeln. Wer also heute noch von der "EEG-Umlage 2026" liest oder hört, hat in der Regel veraltete Informationen vor sich - oder verwechselt die Umlage mit einem der weiterhin bestehenden Preisbestandteile, die wir dir weiter unten in einer Tabelle aufschlüsseln.
Wenn du gerade überlegst, in eine eigene Anlage zu investieren, lohnt sich dabei auch ein Blick auf die Frage, wie effektiv eine Solaranlage Stromkosten spart - denn die Umlage ist nur einer von vielen Preisbestandteilen, die du mit Eigenstrom umgehst.
EEG-Umlage und EEG-Einspeisevergütung sind nicht dasselbe
Hier räumen wir mit dem größten Missverständnis auf, das uns als Solar-Seite immer wieder begegnet. Viele werfen zwei völlig verschiedene Dinge in einen Topf, nur weil in beiden "EEG" steckt:
- EEG-Umlage: Das war ein Betrag, den alle Stromkunden über ihre Rechnung gezahlt haben. Diesen Aufschlag gibt es seit 2023 nicht mehr.
- EEG-Einspeisevergütung: Das ist Geld, das du als Besitzer einer Photovoltaikanlage bekommst, wenn du Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist. Diese Vergütung gibt es 2026 weiterhin.
Mit anderen Worten: Die eine Seite (Umlage = du zahlst) ist abgeschafft, die andere Seite (Einspeisevergütung = du kassierst) lebt munter weiter. Wer hier durcheinanderkommt, glaubt fälschlicherweise, mit der EEG-Umlage sei auch die Förderung für den eigenen PV-Strom gestrichen worden - das ist nicht der Fall.
Wie hoch die Sätze aktuell sind und wie sie sich entwickeln, liest du im Detail in unserem Beitrag zur Einspeisevergütung 2026 mit aktuellen Sätzen. Wer seine Anlage betreibt, sollte außerdem die korrekte Anmeldung im Marktstammdatenregister nicht vergessen - sonst gibt es im Zweifel gar keine Vergütung.
Was der Wegfall für PV- und Solaranlagen-Besitzer bedeutet
Für dich als (künftigen) Anlagenbesitzer ist die Abschaffung der EEG-Umlage in mehrfacher Hinsicht eine gute Nachricht. Früher gab es eine quasi als "Sonnensteuer" verschriene Konstruktion: Unter bestimmten Bedingungen musste für selbst erzeugten und selbst verbrauchten Solarstrom anteilig EEG-Umlage gezahlt werden. Mit der vollständigen Abschaffung zum 1. Januar 2023 ist auch diese Belastung des Eigenverbrauchs endgültig erledigt.
Das macht den Eigenverbrauch noch attraktiver - und genau der ist der Hebel für die Wirtschaftlichkeit deiner Anlage. Jede Kilowattstunde, die du selbst nutzt statt sie teuer aus dem Netz zu kaufen, spart dir bares Geld. Wie du diesen Anteil maximierst, zeigen wir dir in unserem Ratgeber zum Photovoltaik-Eigenverbrauch.
Hinzu kommt die steuerliche Entlastung: Seit Anfang 2023 gilt für viele private Anlagen der Nullsteuersatz beim Kauf. Was das konkret bedeutet, erfährst du in unseren Beiträgen zum Solaranlagen-Nullsteuersatz 2026 und zur PV-Anlage und Steuer 2026. Unterm Strich sind die bürokratischen und finanziellen Hürden für private PV deutlich kleiner geworden.
Ob sich die Investition für dich rechnet, hängt von Dachgröße, Eigenverbrauch und Strompreis ab. Eine erste Einschätzung liefert unser Amortisations-Rechner für PV.
Welche Strom-Umlagen gibt es 2026 noch?
Die EEG-Umlage ist weg - aber deine Stromrechnung ist deshalb nicht plötzlich nur noch eine Zahl. Laut Bundesnetzagentur setzt sich der Strompreis weiterhin aus mehreren Bestandteilen zusammen: dem reinen Energiepreis, den Netzentgelten, der Stromsteuer, der Konzessionsabgabe, der Mehrwertsteuer - und mehreren Umlagen. Drei dieser Umlagen sind 2026 weiterhin aktiv, eine wurde abgeschafft. Hier die Uebersicht:
| Umlage | Status 2026 | Wer zahlt |
|---|---|---|
| EEG-Umlage | Abgeschafft (seit 1.1.2023) | Niemand mehr - Förderung läuft über den Bundeshaushalt |
| KWKG-Umlage | Aktiv | Stromkunden über die Rechnung |
| Umlage nach Paragraf 19 Abs. 2 StromNEV | Aktiv | Stromkunden über die Rechnung |
| Offshore-Netzumlage | Aktiv | Stromkunden über die Rechnung |
Die KWKG-Umlage finanziert die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die Umlage nach Paragraf 19 Abs. 2 StromNEV gleicht reduzierte Netzentgelte für bestimmte Großverbraucher aus, und die Offshore-Netzumlage deckt Kosten und Haftungsrisiken bei der Anbindung von Windparks auf See. Diese drei sind also weiterhin Teil deines Strompreises. Wer die offiziellen Werte und Hintergründe nachlesen möchte, findet sie bei der Bundesnetzagentur.
Macht der Wegfall der EEG-Umlage den Strom billiger?
Rechnerisch ja: Fällt ein Preisbestandteil komplett weg, sinkt der Preis - alles andere gleich. Wenn früher mehrere Cent pro Kilowattstunde an EEG-Umlage auf jeder verbrauchten Kilowattstunde lagen, ist dieser Block heute null. In der Praxis hast du davon trotzdem nicht zwangsläufig eine spürbar niedrigere Rechnung gesehen, denn parallel sind andere Preisbestandteile gestiegen - etwa Beschaffungskosten und Netzentgelte. Der eingesparte Umlage-Betrag wurde also teilweise von anderen Posten aufgefressen.
Genau deshalb bleibt eigener Solarstrom der zuverlässigste Hebel gegen hohe Stromkosten: Du machst dich unabhängiger von Schwankungen beim Energiepreis, bei den Netzentgelten und bei den verbleibenden Umlagen. Wie sich die Preise voraussichtlich weiterentwickeln, beleuchten wir in unserer Strompreis-Prognose 2026.
Wenn du wissen willst, welche Anlage zu deinem Dach und deinem Verbrauch passt, hilft dir unser Solaranlagen-Wizard in wenigen Schritten weiter. Komplettlösungen mit Modulen, Wechselrichter und Speicher findest du in unserer Kategorie Komplettanlagen.
Unsere Einschätzung: Lohnt sich Solar trotz Wegfall der EEG-Umlage?
Diese Frage hören wir oft - und sie beruht meist auf demselben Missverständnis: Weil die EEG-Umlage weg ist, denken manche, auch die Förderung für eigene Anlagen sei gestrichen. Das stimmt, wie oben erklärt, nicht. Die Einspeisevergütung gibt es weiter, der Nullsteuersatz beim Kauf gilt weiter, und die Belastung des Eigenverbrauchs ist endgültig entfallen. Die Rahmenbedingungen für private Photovoltaik sind 2026 also eher besser als schlechter geworden.
Wann sich eine Anlage besonders lohnt: wenn du ein gut ausgerichtetes Dach hast (Süd, Süd-Ost oder Süd-West), einen hohen Eigenverbrauch tagsüber realisieren kannst - etwa durch Homeoffice, Wärmepumpe, E-Auto oder einen Speicher - und langfristig planst. Je mehr deines selbst erzeugten Stroms du selbst nutzt, desto weniger teuren Netzstrom inklusive aller verbleibenden Umlagen musst du kaufen.
Wann du genauer rechnen solltest: bei stark verschatteten oder ungünstig ausgerichteten Dächern, sehr niedrigem Stromverbrauch oder wenn eine baldige Dachsanierung ansteht. In diesen Fällen verschiebt sich die Amortisation nach hinten. Unsere klare Empfehlung: Lass dich vom Wegfall der EEG-Umlage nicht verunsichern - er ändert an der Rentabilität deiner eigenen Anlage nichts Negatives. Prüfe stattdessen mit Eigenverbrauch und Dachsituation, ob sich Solar für deinen Haushalt rechnet, und starte am besten mit einer unverbindlichen Konfiguration über den Wizard oder einer passenden Komplettanlage.
Häufige Fragen
Gibt es die EEG-Umlage 2026 noch?
Nein. Die EEG-Umlage wurde zum 1. Juli 2022 auf 0 ct/kWh gesenkt und zum 1. Januar 2023 gesetzlich vollständig abgeschafft. Stand Juni 2026 taucht sie auf keiner Stromrechnung mehr auf. Die Förderung erneuerbarer Energien läuft seitdem über den Bundeshaushalt.
Wann wurde die EEG-Umlage abgeschafft?
In zwei Schritten: Zum 1. Juli 2022 wurde sie auf 0 ct/kWh gesenkt, zum 1. Januar 2023 dann gesetzlich vollständig abgeschafft. Seither ist sie kein Bestandteil des Strompreises mehr.
Bekomme ich als PV-Besitzer trotzdem noch Geld fürs Einspeisen?
Ja. Die EEG-Einspeisevergütung ist etwas völlig anderes als die EEG-Umlage. Die Umlage (die man früher zahlte) ist weg - die Einspeisevergütung (die du für eingespeisten Solarstrom bekommst) gibt es weiterhin. Beides nur wegen des gemeinsamen Kürzels "EEG" zu verwechseln, ist ein häufiger Irrtum.
Welche Umlagen sind 2026 noch auf der Stromrechnung?
Weiterhin aktiv sind die KWKG-Umlage, die Umlage nach Paragraf 19 Abs. 2 StromNEV und die Offshore-Netzumlage. Dazu kommen Netzentgelte, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Mehrwertsteuer. Nur die EEG-Umlage ist entfallen.
Macht der Wegfall der EEG-Umlage meinen Strom billiger?
Rechnerisch ja, weil ein Preisbestandteil komplett wegfällt. In der Praxis wurde die Entlastung aber teilweise dadurch ausgeglichen, dass andere Preisbestandteile wie Beschaffungskosten und Netzentgelte gestiegen sind. Eigener Solarstrom bleibt deshalb der wirksamste Weg, um deine Stromkosten dauerhaft zu senken.





