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Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung 2026: Was lohnt sich mehr?

Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung 2026: Was lohnt sich mehr?

Redaktion Solaranlage-Tipps
6 Min. Lesezeit

Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung 2026: Was lohnt sich mehr?

Auf einen Blick

  • Zwei Modelle: Bei der Überschusseinspeisung nutzt du den Solarstrom zuerst selbst, nur der Rest geht ins Netz. Bei der Volleinspeisung wandert dein gesamter erzeugter Strom ins Netz – ohne Eigenverbrauch.
  • Vergütung 2026 (bis 10 kWp): Überschuss ca. 7,79 ct/kWh, Volleinspeisung ca. 12,35 ct/kWh – Stand 2026.
  • Wirtschaftlich entscheidend: Jede selbst genutzte kWh ist mehr wert, als du an Einspeisung bekommst, weil Netzstrom ein Mehrfaches kostet.
  • Faustregel: Eigenheim mit echtem Verbrauch → Überschuss. Großes Dach ohne Verbrauch / reine Renditeanlage → Volleinspeisung.
  • Wichtig: Das Modell musst du vor Inbetriebnahme beim Netzbetreiber melden. Ein Wechsel ist zum Jahreswechsel möglich.
Hausdach mit Photovoltaikanlage und Sonneneinstrahlung
Foto: Kindel Media / Pexels

Überschuss- und Volleinspeisung: der Unterschied einfach erklärt

Wenn du eine neue Photovoltaikanlage anmeldest, musst du dich für eines von zwei Vergütungsmodellen entscheiden – und diese Entscheidung wirkt 20 Jahre lang. Beide Modelle unterscheiden sich nur in einem Punkt: Was passiert mit deinem Solarstrom?

Bei der Überschusseinspeisung (auch Teileinspeisung genannt) verbrauchst du den erzeugten Strom zuerst selbst – für Kühlschrank, Waschmaschine, Wärmepumpe oder das E-Auto. Nur der Teil, den du gerade nicht brauchst, fließt als Überschuss ins öffentliche Netz und wird vergütet. Das ist das klassische Modell für nahezu jedes Eigenheim.

Bei der Volleinspeisung geht dagegen der gesamte erzeugte Strom ins Netz. Du nutzt keine einzige selbst erzeugte Kilowattstunde, sondern beziehst deinen kompletten Haushaltsstrom weiterhin vom Versorger. Dafür bekommst du eine deutlich höhere Vergütung pro eingespeister kWh.

Einspeisevergütung 2026: die aktuellen Sätze im Vergleich

Die folgenden EEG-Sätze gelten für die Inbetriebnahme zwischen dem 1. Februar und dem 31. Juli 2026. Danach greift die übliche Degression von rund 1 % pro Halbjahr – ab dem 1. August 2026 liegen die Sätze also etwas niedriger. Einmal festgelegt, gilt dein Satz 20 Jahre fest ab Inbetriebnahme (Stand 2026).

AnlagengrößeÜberschusseinspeisungVolleinspeisungEigenverbrauch?Für wen geeignet?
bis 10 kWpca. 7,79 ct/kWhca. 12,35 ct/kWhÜberschuss: ja / Voll: neinEigenheim → Überschuss; reine Renditeanlage → Voll
10–40 kWpca. 6,73 ct/kWhca. 10,28 ct/kWhÜberschuss: ja / Voll: neingrößeres Dach mit Verbrauch → Überschuss
40–100 kWpca. 5,50 ct/kWhca. 10,35 ct/kWhÜberschuss: ja / Voll: neinGewerbe/Großdach ohne Verbrauch → Voll

Auf den ersten Blick wirkt die Volleinspeisung klar überlegen: Bis 10 kWp bekommst du gut 12 statt knapp 8 Cent pro Kilowattstunde – also rund 58 % mehr. Doch dieser Vergleich greift zu kurz, denn er blendet den entscheidenden wirtschaftlichen Faktor aus: den Eigenverbrauch. Wie hoch die Sätze genau ausfallen und wie du sie beantragst, liest du im Detail in unserem Beitrag zu den aktuellen Einspeisevergütungs-Sätzen mit Rechner.

Warum Überschusseinspeisung meist gewinnt: das Rechenbeispiel

Der Trick liegt im Vergleich zweier Werte: Was bekommst du fürs Einspeisen – und was sparst du, wenn du den Strom selbst nutzt? Haushaltsstrom kostet aktuell ein Mehrfaches der Einspeisevergütung. Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, ersetzt also teuren Netzstrom und ist damit wirtschaftlich deutlich mehr wert als die rund 8 Cent Einspeisevergütung.

Unsere meistgekauften Solarprodukte

Ein vereinfachtes Beispiel für ein Eigenheim mit einer 10-kWp-Anlage: Eine selbst genutzte Kilowattstunde spart dir den Bezug von Netzstrom – also einen Betrag, der klar über der Einspeisevergütung liegt. Schickst du dieselbe kWh stattdessen ins Netz, bekommst du als Überschusseinspeiser nur die rund 7,79 ct. Selbst die höhere Volleinspeise-Vergütung von 12,35 ct liegt in aller Regel deutlich unter dem, was du beim Eigenverbrauch sparst.

Das heißt: Solange du einen nennenswerten Anteil deines Solarstroms selbst verbrauchen kannst, schlägt der Eigenverbrauch beide Einspeisevergütungen. Genau deshalb ist die Überschusseinspeisung für ein normales Eigenheim fast immer das wirtschaftlichere Modell. Wie du diesen Anteil gezielt nach oben treibst, zeigen wir dir in unserem Ratgeber Eigenverbrauch erhöhen: 10 Methoden.

Wann sich Volleinspeisung trotzdem lohnt

Die Volleinspeisung ist kein schlechtes Modell – sie passt nur zu einer anderen Ausgangslage. Sinnvoll wird sie immer dann, wenn du kaum oder gar keinen Eigenverbrauch realisieren kannst. Dann fällt der größte Vorteil der Überschusseinspeisung weg, und die höhere Vergütung pro kWh wird zum entscheidenden Argument.

  • Großes Dach ohne passenden Verbrauch: Eine Scheune, ein Nebengebäude oder ein Zweithaus, das tagsüber leer steht.
  • Reine Renditeanlage: Du willst die PV-Anlage als Geldanlage betreiben und legst Wert auf eine planbare, höhere Einspeisevergütung. Mehr dazu im Beitrag Photovoltaik als Geldanlage.
  • Getrennte Zweitanlage: Manche kombinieren beides – eine kleine Anlage als Überschusseinspeiser für den Eigenverbrauch und eine zweite, separate Anlage als reinen Volleinspeiser auf dem restlichen Dach.

Wer dagegen viel selbst verbraucht und seinen Eigenverbrauch zusätzlich mit einem Stromspeicher erhöht, fährt mit der Überschusseinspeisung praktisch immer besser.

Modell wählen, melden und wechseln

Das Vergütungsmodell musst du vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber wählen und melden. Es ist also keine Entscheidung, die du nebenbei triffst – plane sie bewusst mit ein, am besten schon während der Angebotsphase. Wenn du noch unsicher bist, welche Anlagengröße zu deinem Haus passt, hilft dir unser Solaranlagen-Wizard bei der Vorauswahl.

Du bist nicht für immer festgelegt: Ein Wechsel des Modells ist grundsätzlich zum Jahreswechsel möglich – du meldest die Umstellung dann rechtzeitig beim Netzbetreiber. So kannst du zum Beispiel von Volleinspeisung auf Überschuss umstellen, wenn sich dein Verbrauch durch ein E-Auto oder eine Wärmepumpe deutlich erhöht hat.

Ein wichtiger Punkt für alle Neuanlagen: Durch das Solarspitzengesetz gibt es in Phasen mit negativen Börsenstrompreisen vorübergehend keine Einspeisevergütung. Das betrifft beide Modelle, trifft Volleinspeiser aber stärker, weil sie ihren kompletten Ertrag aus der Einspeisung beziehen. Wer dynamische Tarife clever nutzen will, findet im Beitrag zu dynamischen Stromtarifen mit PV und Speicher weitere Strategien.

Komplettanlagen für maximalen Eigenverbrauch

Wenn die Überschusseinspeisung für dich die richtige Wahl ist, lohnt sich eine Anlage, die gut auf deinen Verbrauch zugeschnitten ist – idealerweise als abgestimmtes Komplettpaket aus Modulen, Wechselrichter und optionalem Speicher. Diese Modelle sind aktuell besonders gefragt:

Komplettanlagen im Überblick

Welche Auslegung zu deinem Haushalt passt, hängt von Personenzahl, Dachausrichtung und geplantem Verbrauch ab. Eine erste Orientierung bekommst du in unserem Überblick Welche Solaranlage für mein Haus?. Zu allen rechtlichen und steuerlichen Details rund um die Vergütung empfehlen wir außerdem den ausführlichen Leitfaden zur Einspeisevergütung 2026: Sätze, Antrag, Steuer.

Fazit und Empfehlung

Für die allermeisten Eigenheime ist die Antwort eindeutig: Überschusseinspeisung wählen. Solange du einen relevanten Teil deines Solarstroms selbst verbrauchst, ist jede dieser Kilowattstunden mehr wert als die höhere Volleinspeise-Vergütung – weil sie teuren Netzstrom ersetzt. Steigere den Eigenverbrauch zusätzlich mit Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto, und die Rechnung wird noch klarer.

Die Volleinspeisung ist die richtige Wahl, wenn Eigenverbrauch praktisch nicht möglich ist – etwa bei einem großen Dach ohne passenden Verbrauch oder bei einer reinen Renditeanlage. In Einzelfällen lohnt sogar eine getrennte zweite Anlage allein für die Volleinspeisung. Prüfe vor der Inbetriebnahme genau, wie viel Strom du realistisch selbst nutzen kannst – diese Zahl entscheidet, welches Modell für dich gewinnt (Stand 2026).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Voll- und Überschusseinspeisung?

Bei der Überschusseinspeisung nutzt du den Solarstrom zuerst selbst und speist nur den Rest ins Netz ein. Bei der Volleinspeisung geht der gesamte erzeugte Strom ins Netz, du verbrauchst nichts davon selbst und bekommst dafür eine höhere Vergütung pro Kilowattstunde.

Welches Modell ist 2026 wirtschaftlicher?

Für ein normales Eigenheim mit nennenswertem Eigenverbrauch ist die Überschusseinspeisung meist wirtschaftlicher, weil jede selbst genutzte kWh teuren Netzstrom ersetzt und damit mehr wert ist als die Einspeisevergütung. Volleinspeisung lohnt eher, wenn kaum Eigenverbrauch möglich ist (Stand 2026).

Kann ich das Einspeisemodell später wechseln?

Ja. Das Modell musst du zwar vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber wählen und melden, ein Wechsel ist aber grundsätzlich zum Jahreswechsel möglich – du meldest die Umstellung dann rechtzeitig beim Netzbetreiber an.

Wie hoch ist die Volleinspeise-Vergütung 2026 bis 10 kWp?

Für die Inbetriebnahme zwischen 1. Februar und 31. Juli 2026 liegt die Volleinspeisung bei rund 12,35 ct/kWh bis 10 kWp, die Überschusseinspeisung bei etwa 7,79 ct/kWh. Ab dem 1. August 2026 sinken die Sätze durch die Degression leicht. Der einmal festgelegte Satz gilt 20 Jahre (Stand 2026).

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