Thüringen Fassaden-PV 2026: Solar-Invest-Neuauflage angekündigt - Status
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- Stand 17. Juni 2026: Thüringen plant eine Neuauflage des früheren Landesprogramms Solar Invest mit Fokus auf Fassaden-PV. Offizielle Konditionen liegen noch nicht vor.
- Trägerakteur: Thüringer Umweltministerium - Beratungsstelle Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA).
- Aktuelle Lage: Solar Invest ist seit Ende 2022 eingestellt. 2026 gibt es kein eigenes Landeszuschuss-Programm für private PV in Thüringen.
- Bis dahin förderfähig: Bundesweite Programme (0 Prozent Mehrwertsteuer, KfW 270, EEG-Einspeisevergütung) sowie einzelne kommunale Zuschüsse (Jena, Erfurt, Weimar).
- Wir tracken den Status: Sobald die Förderrichtlinie veröffentlicht ist, aktualisieren wir diesen Beitrag mit Beträgen, Antragsweg und Stichtagen.
Hinweis Stand-Datum: Solange das angekündigte Fassaden-PV-Programm nicht in Kraft ist, gelten in Thüringen ausschließlich Bundes- und kommunale Förderungen. Konkrete Beträge stehen noch aus.
Thüringen war 2014 mit Solar Invest eines der ersten Bundesländer mit einem eigenen Landeszuschuss für Photovoltaik. Nach mehreren Förderrunden und einer politisch heiklen Phase ist das Programm Ende 2022 ausgelaufen - und seither gibt es im Freistaat keine flächendeckende Landesförderung für private PV-Anlagen mehr. Mitte 2026 mehren sich aber die Signale: Das Thüringer Umweltministerium prüft eine Neuauflage von Solar Invest, allerdings mit einem klaren strategischen Pivot - der Schwerpunkt soll künftig auf Photovoltaik an Hausfassaden liegen statt auf klassischen Dachanlagen.
Warum Fassaden-PV und warum jetzt
Die strategische Begründung ist nachvollziehbar. Klassische Dach-PV ist 2026 wirtschaftlich auch ohne Landeszuschuss interessant: 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Module und Speicher, weiterhin garantierte Einspeisevergütung nach EEG, zinsgünstige KfW-270-Kredite und sinkende Modulpreise senken die Hürde. Eine Landesförderung würde hier vor allem Mitnahmeeffekte erzeugen, ohne zusätzliche Anlagen anzustoßen.
Anders sieht es bei Fassaden-PV aus. Senkrechte oder leicht geneigte Module an Außenwänden produzieren über das Jahr 20 bis 30 Prozent weniger Strom als klassische Dachanlagen - liefern aber im Winterhalbjahr deutlich mehr Strom, weil die tiefstehende Sonne flacher einstrahlt. Das macht Fassaden-PV besonders interessant für Haushalte mit Wärmepumpe oder hohem Wintergrundverbrauch. Wirtschaftlich rechnet sich die Mehrkosten-Investition bei 2026er Preisen kaum ohne Förderung - und genau diese Lücke will Thüringen offenbar schließen.
Hinzu kommt ein städtebaulicher Hebel: An vielen Wohnhäusern, Gewerbeobjekten und denkmalgeschützten Fassaden ist eine klassische Dach-PV nicht möglich. Fassaden-Module - in der Regel als Glas-Glas-Module oder farbige BIPV-Module (Bauwerksintegrierte Photovoltaik) - erschließen diese Flächen erstmals als nutzbares PV-Potenzial.
Was bisher öffentlich ist
Offizielle Verlautbarungen sind bislang knapp. Aus Medienberichten und Statements des Thüringer Umweltministeriums lässt sich Stand Juni 2026 das folgende Bild zusammensetzen:
- Eine Neuauflage von Solar Invest mit Fokus auf Fassaden-PV ist in Planung, aber nicht beschlossen.
- Eckpunkte zu Förderquote, Maximalbetrag, Antragstellern und Antragsweg liegen noch nicht öffentlich vor.
- Die Beratungsstelle bleibt voraussichtlich die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA), wie schon bei der ersten Solar-Invest-Runde.
- Ein konkreter Starttermin wurde nicht genannt.
Vor diesem Hintergrund ist es 2026 zu früh, das Programm in die Investitionsplanung einzukalkulieren. Wer in Thüringen baut oder modernisiert, sollte den Antrag nicht in Erwartung der Landesförderung verzögern - die Bundes-Bausteine reichen bei den meisten Standard-Projekten aus, um ein wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen.
Was Thüringer Haushalte bis dahin nutzen können
Die Förderlücke heißt nicht, dass private PV-Projekte 2026 in Thüringen schlecht dastehen. Im Gegenteil - der Bundes-Stack ist solide. Die wichtigsten Bausteine im Überblick:
| Programm | Was? | Vorteil 2026 |
|---|---|---|
| Nullsteuersatz (§ 12 Abs. 3 UStG) | PV plus Speicher | 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Lieferung und Installation |
| KfW 270 | Kredit für PV, Speicher, Installation | zinsgünstiges Darlehen über die Hausbank |
| EEG-Einspeisevergütung | Überschusseinspeisung | rund 7,9 ct/kWh, 20 Jahre garantiert |
| Kommunal: Jena, Erfurt, Weimar | Einzelne Zuschüsse | oft 100 bis 500 Euro, lokal begrenzt |
Praktisch heißt das: Wer eine Standard-PV-Anlage von 8 bis 12 kWp plus Speicher in Thüringen plant, kombiniert 0 Prozent Mehrwertsteuer mit einem KfW-270-Kredit. Das reicht in den allermeisten Fällen, um die Amortisation auf 8 bis 11 Jahre zu drücken. Eine umfassende Übersicht aller aktuellen Konditionen findest du in unserem Thüringen-Ratgeber 2026.
Wer von Fassaden-PV überhaupt profitieren würde
Wenn das angekündigte Programm 2026 oder 2027 startet, wird es sich an einen klar abgegrenzten Personenkreis richten. Wer dazu gehört:
- Hausbesitzer mit Süd-, Süd-Ost- oder Süd-West-Fassade, die für eine Dach-PV ungeeignet sind (Verschattung, Nordausrichtung, schwierige Dachgeometrie).
- Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude, bei denen das Dach unter Schutz steht, die Fassade aber nicht. Hier öffnet Fassaden-PV ein bislang verschlossenes PV-Potenzial.
- Bauherren mit Wärmepumpe oder hohem Winterstrombedarf, die vom günstigen Wintertableau der Fassaden-Module profitieren.
- Architekten und Sanierungsbauherren, die Fassaden-PV als Designelement (Glas-Glas oder farbige BIPV-Module) einplanen.
Wer dagegen ein freies Süddach hat, wird vermutlich auch nach Programmstart weiterhin auf Dach-PV setzen - dort ist die kWh-Ausbeute pro Euro Investition schlicht höher. Eine zusätzliche Fassaden-PV ergänzt das Dach, ersetzt es aber nicht. Wer schon im PV-Stack denkt, kann mit unserem Solaranlage-Wizard in unter zwei Minuten die passende Standard-Konstellation für sein Haus durchspielen.
Technische Eckdaten zu Fassaden-PV
Damit du das Thema schon einordnen kannst, hier die wichtigsten technischen Werte für Fassaden-PV 2026:
- Jahresertrag: 600 bis 850 kWh pro kWp (Dach-PV: 900 bis 1.050 kWh/kWp).
- Wintertableau: Im Dezember/Januar liefern senkrechte Module rund 50 Prozent mehr Strom als 30-Grad-Dachanlagen - bei flacher Sonne ist die senkrechte Orientierung im Vorteil.
- Modultypen: Glas-Glas-Module mit erhöhter Hagelfestigkeit, farbige BIPV-Module (geringerer Wirkungsgrad, dafür Designflexibilität), Solar-Sandwich-Elemente in Vorhangfassaden.
- Mehrkosten: 30 bis 80 Prozent über klassischer Dach-PV bei gleicher kWp - je nach Architektur und Sub-Konstruktion.
- Amortisation ohne Förderung: 15 bis 20 Jahre. Mit hypothetischer 30-Prozent-Förderung: 10 bis 13 Jahre.
Wer die Wirtschaftlichkeit selbst durchrechnen will, nutzt unseren Förder-Finder und vergleicht die aktuellen Programme - das aktualisierte Förderfenster für Thüringen erscheint dort automatisch, sobald das angekündigte Programm offiziell ist.
Wir aktualisieren diesen Beitrag
Dieser Beitrag ist Stand 17. Juni 2026 bewusst ohne erfundene Konditionen geschrieben. Sobald das Thüringer Umweltministerium die finale Förderrichtlinie veröffentlicht, ergänzen wir hier:
- Förderquote und Maximalbetrag
- Antragsteller-Kreis (Eigentümer, Mieter, Gewerbe)
- Antragsweg und Stichtage
- Kombinationsmöglichkeiten mit Bundes-Programmen
Du kannst die Seite gespeichert lassen oder unseren monatlichen Förder-Finder nutzen, der bei jeder Aktualisierung automatisch die richtigen Beträge zieht. Für die Konkurrenzlage in den Nachbarbundesländern lohnen sich diese Beiträge: Photovoltaik-Förderung Sachsen 2026, Solar-Förderung Hessen 2026.
Häufige Fragen
Wann startet das neue Solar-Invest-Programm in Thüringen?
Stand 17. Juni 2026 hat das Thüringer Umweltministerium das Programm angekündigt, aber keinen offiziellen Starttermin genannt. Es gibt weder eine veröffentlichte Förderrichtlinie noch einen Eintrag in der Förderdatenbank des Bundes. Realistisch ist ein Start im zweiten Halbjahr 2026 oder im ersten Quartal 2027 - sobald belastbare Informationen vorliegen, aktualisieren wir den Beitrag.
Lohnt sich Fassaden-PV auch ohne Förderung?
In wirtschaftlicher Sicht ohne Förderung selten - die Amortisationszeit liegt typischerweise zwischen 15 und 20 Jahren. Lohnen kann sie sich aber aus zwei Gründen: bei Wärmepumpenhaushalten mit hohem Winterstrombedarf wegen des besseren Wintertableaus und bei denkmalgeschützten Häusern oder Architektur-Projekten, wo Dach-PV nicht möglich oder ästhetisch nicht gewollt ist.
Kann ich heute schon einen Antrag auf das künftige Solar-Invest stellen?
Nein. Eine Antragstellung ist nur nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie und Eröffnung des Antragsportals möglich. Bei früheren Programmen galt zudem: Antrag vor Auftragsvergabe. Wer plant, sollte die Investitionsentscheidung also nicht in Erwartung der Förderung verzögern - die Bundes-Bausteine reichen für die Wirtschaftlichkeit der meisten Standard-Anlagen.
Welche Bundesförderung gilt aktuell in Thüringen?
Bundesweit gelten: 0 Prozent Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen und Speicher (§ 12 Abs. 3 UStG), zinsgünstige KfW-270-Kredite über die Hausbank, EEG-Einspeisevergütung von rund 7,9 ct/kWh bei Überschusseinspeisung, und für Wärmepumpen die KfW-458-Heizungsförderung mit bis zu 70 Prozent Zuschuss. Kommunal kommen einzelne Zuschüsse in Erfurt, Jena und Weimar hinzu.
Gibt es schon Hersteller für Fassaden-PV-Module?
Ja, der Markt wächst. Aktive Anbieter 2026 sind unter anderem AVANCIS, Solitek, Megasol und einige Premium-Hersteller mit farbigen Modulen. Glas-Glas-Module von Trina, Longi und JinkoSolar lassen sich ebenfalls für senkrechte Montage einsetzen. Die Auswahl an speziell zertifizierten Fassadenmodulen ist aber deutlich kleiner als bei Standard-Dachmodulen, und die Preise liegen 30 bis 80 Prozent über vergleichbarer Dach-PV.






