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Notstrom für die Heizung 2026: Gastherme & Ölheizung bei Stromausfall weiterbetreiben

Notstrom für die Heizung 2026: Gastherme & Ölheizung bei Stromausfall weiterbetreiben

Redaktion Solaranlage-Tipps
5 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

  • Ja, die meisten Heizungen fallen bei Stromausfall aus - nicht der Brenner selbst, sondern Steuerung und Umwälzpumpe brauchen Strom.
  • Der Strombedarf ist überraschend klein: Gastherme plus Hocheffizienzpumpe ziehen zusammen oft nur 50 bis 150 Watt.
  • Eine Powerstation mit 1.000 Wh überbrückt damit rund 6 bis 12 Stunden Heizbetrieb - leise und auch in der Wohnung nutzbar.
  • Pflicht ist ein reiner Sinus-Ausgang: Billige Rechteck-Wechselrichter können die empfindliche Heizungselektronik beschädigen.
  • Stand: Juni 2026.
Heizkörper am Fenster - bei Stromausfall bleibt die Heizung ohne Notstrom kalt
Foto: Erik Mclean / Pexels

Bleibt die Heizung bei Stromausfall wirklich kalt?

Viele glauben, eine Gasheizung laufe auch ohne Strom weiter - schließlich kommt die Wärme ja aus dem Gas. Das ist ein Irrtum. Notstrom für die Heizung bezeichnet eine externe Stromquelle, die bei Netzausfall die Steuerelektronik und die Umwälzpumpe einer Heizung weiterversorgt, damit Wärme im Haus verteilt wird. Denn moderne Heizungen sind ohne Strom handlungsunfähig: Die Steuerung, die Zündung, das Gebläse und vor allem die Umwälzpumpe, die das heiße Wasser durch die Heizkörper schiebt, hängen alle am Netz.

Fällt der Strom aus, steht die Pumpe still und die Wohnung kühlt aus. Bei einem Festbrennstoff- oder Pelletkessel kann ein stehender Kreislauf sogar gefährlich werden, weil der Kessel überhitzt. Die einzige Ausnahme sind alte Schwerkraft- oder Einrohrheizungen ohne elektrische Pumpe - sie zirkulieren allein über den Auftrieb des warmen Wassers, sind aber in modernen Häusern praktisch ausgestorben.

Gut zu wissen: Längere Ausfälle sind in Deutschland selten - laut Bundesnetzagentur lag die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Verbraucher (SAIDI-Wert) zuletzt bei rund 13 Minuten pro Jahr. Wer aber in einer Region mit instabilem Netz wohnt, ein Notfall-vorsorgebewusster Haushalt ist oder fürs Blackout-Szenario plant, sollte die Heizung gezielt absichern - gerade im Winter, wenn ausgekühlte Rohre einfrieren können. Den Gesamtüberblick liefert unser Ratgeber zur Blackout-Vorsorge 2026.

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Wie viel Strom braucht deine Heizung im Notbetrieb?

Die gute Nachricht: Der Notbetrieb einer Heizung ist ein Leichtgewicht. Eine moderne Hocheffizienz-Umwälzpumpe zieht laut Herstellerdatenblättern (z.B. WILO Yonos: maximal 20 Watt) nur sehr wenig Leistung, dazu kommt die Steuerung mit einigen Watt. Entscheidend ist der Dauerbedarf - und der ist klein. Diese Tabelle zeigt typische Werte (Stand: Juni 2026):

HeizungstypDauer-LeistungLaufzeit mit 1.000-Wh-Powerstation
Gastherme + Hocheffizienzpumpe50-100 Wca. 8-17 Stunden
Ölheizung (Brenner + Pumpe)100-250 Wca. 3-8 Stunden
Pelletheizung (Förderschnecke, Gebläse)100-300 Wca. 3-8 Stunden
Wärmepumpe (voller Betrieb)1.500-4.000 Wunter 1 Stunde

Wichtig ist der Anlaufstrom: Pumpe und Brenner ziehen im Einschaltmoment kurz ein Vielfaches der Dauerleistung. Eine Powerstation mit elektronischem Wechselrichter steckt das locker weg, ein günstiges Notstromaggregat mit träger Spannungsregelung kann dabei aber straucheln. Die Wärmepumpe ist der Sonderfall: Ihr hoher Bedarf lässt sich nur mit einem groß dimensionierten PV-Speicher mit Notstromfunktion sinnvoll überbrücken, nicht mit einer kleinen Powerstation.

So rechnest du die Laufzeit aus

Den genauen Bedarf liest du am Typenschild oder im Datenblatt deiner Heizung ab - dort steht die elektrische Leistungsaufnahme in Watt. Die mögliche Überbrückungszeit schätzt du dann mit einer einfachen Faustformel ab:

Laufzeit (Stunden) ≈ nutzbare Kapazität (Wh) × 0,85 ÷ Dauerlast (Watt)

Ein Rechenbeispiel: Eine Powerstation mit 1.024 Wh versorgt eine Gastherme, die im Schnitt 80 Watt zieht. Das ergibt 1.024 × 0,85 ÷ 80 ≈ 11 Stunden - genug, um eine kalte Nacht sicher zu überbrücken. Der Faktor 0,85 berücksichtigt die Verluste des Wechselrichters. Plane immer etwas Reserve ein, weil Pumpe und Brenner getaktet laufen und der reale Verbrauch schwankt.

Powerstation, Notstromaggregat oder PV-Speicher?

Für die Heizung gibt es drei realistische Notstromquellen - jede mit eigenem Profil.

Powerstation - die unkomplizierte Lösung

Eine tragbare Powerstation (z.B. EcoFlow Delta, Anker SOLIX, Bluetti) ist für den Heizungs-Notbetrieb fast ideal: leise, abgasfrei, sofort startklar und auch in der Wohnung nutzbar. Modelle mit 1.000 bis 2.000 Wh und reinem Sinus-Ausgang überbrücken eine Gastherme über Nacht. Welche Größe du brauchst, rechnet unser Ratgeber Powerstation als Notstrom fürs Haus vor; die Modelle vergleichen wir im großen Powerstation-Test 2026.

Notstromaggregat - viel Leistung, aber laut

Ein Benzin- oder Diesel-Aggregat liefert Dauerleistung auch für eine Wärmepumpe, ist aber laut, braucht Kraftstoff und darf wegen der Abgase nur draußen laufen. Für eine sparsame Gastherme ist es überdimensioniert. Den direkten Abgleich findest du unter Notstromaggregat vs. PV-Speicher.

PV-Speicher mit Notstromfunktion - die dauerhafte Absicherung

Wer ohnehin eine Solaranlage plant, sollte einen Speicher mit Ersatzstrom- oder Notstromfunktion wählen. Er versorgt im Ausfall ganze Stromkreise - Heizung, Kühlschrank, Licht - und lädt sich tagsüber über die PV-Module wieder auf. Das ist die einzige Lösung, die auch einen mehrtägigen Ausfall trägt.

So schließt du die Heizung sicher an

Beim Anschluss gibt es zwei Wege - und eine klare Sicherheitsregel.

  • Steckerlösung (einfach): Hängt die Heizung an einer normalen Schuko-Steckdose, ziehst du den Stecker und steckst ihn in die Powerstation. Das ist die sichere DIY-Variante ohne Eingriff in die Hausinstallation.
  • Festeinspeisung (nur vom Fachbetrieb): Ist die Heizung fest verdrahtet, darf nur eine Elektrofachkraft eine Notstrom-Einspeisung mit sicherer Netztrennung (Umschalter) installieren. Eine unsachgemäße Einspeisung ist lebensgefährlich und verboten.

Die wichtigste Regel: Die Notstromquelle muss einen reinen Sinus (Pure Sine Wave) liefern. Die empfindliche Heizungselektronik kann bei modifiziertem Rechtecksignal Schaden nehmen oder gar nicht erst anlaufen. Alle hochwertigen Powerstationen erfüllen das - bei Billiggeräten unbedingt das Datenblatt prüfen.

Wann lohnt sich welche Lösung?

Für die meisten Haushalte mit Gas- oder Ölheizung ist eine Powerstation mit 1.000 bis 2.000 Wh und reinem Sinus die beste Wahl - günstig, leise, sofort einsatzbereit und nebenbei für Kühlschrank, Licht und Router nutzbar (siehe auch Notstrom für die Gefriertruhe und Notstrom fürs Aquarium). Wer eine Wärmepumpe hat oder sich gegen lange Ausfälle wappnen will, kommt um einen PV-Speicher mit Notstromfunktion nicht herum. Ein lautes Aggregat lohnt nur, wo viel Dauerleistung über Tage gebraucht wird. Unsicher, was zu deinem Haus passt? Der Solar-Wizard gibt dir in zwei Minuten eine Empfehlung. Wer ohnehin über Heizen mit Solarstrom nachdenkt, findet im Ratgeber Infrarotheizung mit PV einen ergänzenden Einstieg.

Solarspeicher im Vergleich

Häufige Fragen

Läuft meine Gasheizung bei Stromausfall weiter?

Nein. Zwar liefert das Gas die Energie, aber Steuerung, Zündung und Umwälzpumpe brauchen Strom. Ohne Netz bleibt die Heizung kalt - es sei denn, du versorgst sie mit Notstrom.

Wie viel Watt braucht eine Heizung im Notbetrieb?

Eine Gastherme mit Hocheffizienzpumpe kommt im Dauerbetrieb oft mit 50 bis 150 Watt aus. Öl- und Pelletheizungen liegen bei 100 bis 300 Watt. Nur die Wärmepumpe braucht mit 1.500 bis 4.000 Watt deutlich mehr.

Welche Powerstation reicht für die Heizung?

Für eine Gastherme genügt meist eine Powerstation mit 1.000 bis 2.000 Wh und reinem Sinus-Ausgang - das überbrückt eine Nacht. Wichtig ist, dass sie den kurzen Anlaufstrom von Pumpe und Brenner verkraftet.

Darf ich die Heizung selbst an die Powerstation anschließen?

Wenn die Heizung über einen normalen Schuko-Stecker läuft, darfst du den Stecker selbst umstecken. Eine fest verdrahtete Heizung darf nur eine Elektrofachkraft mit sicherer Netztrennung auf Notstrom umrüsten.

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