Huawei Wallbox SCharger-22KT Test 2026: PV-Überschuss laden
Inhaltsverzeichnis
Auf einen Blick
- Die Huawei Wallbox SCharger-22KT-S0 (neuer Name: FusionCharge AP22N-EU) lädt mit 1,4 bis 22 kW und schaltet automatisch zwischen 1- und 3-phasig um. Das ist der Schlüssel für echtes PV-Überschussladen.
- Preis Stand 2026: rund 700 bis 800 Euro, Marktpreise liegen zwischen 650 und 900 Euro.
- Ihre Stärke spielt sie nur im Huawei-System aus: SUN2000-Wechselrichter plus Smart Power Sensor DTSU666-H, Steuerung in der FusionSolar-App.
- Ohne Huawei-Wechselrichter lohnt sie sich kaum. Dann sind go-e, openWB oder Fronius Wattpilot die bessere Wahl.
- Typ-2-Buchse statt festem Kabel, RFID, Bluetooth, WLAN und LAN, IP54, keine bidirektionale Variante.
Was ist die Huawei Wallbox SCharger-22KT-S0?
Die SCharger-22KT-S0 ist Huaweis Wallbox für Eigenheime mit Photovoltaik. Huawei vermarktet sie als Smart Charger, inzwischen auch unter dem Namen FusionCharge AP22N-EU. Technisch ist es dasselbe Gerät, nur umbenannt. Die kleine Schwester heißt SCharger-7KS-S0 beziehungsweise AP07N-EU und lädt einphasig mit bis zu 7,4 kW.
Der Kern des Konzepts: Die Wallbox ist kein Einzelgerät, sondern ein Baustein im Huawei-Ökosystem. Sie spricht direkt mit dem SUN2000-Wechselrichter, dem Smart Power Sensor am Netzanschlusspunkt und optional dem LUNA2000-Speicher. So weiß sie jederzeit, wie viel Solarstrom gerade übrig ist, und passt den Ladestrom daran an. Einen Überblick über alle Huawei-Geräte findest du in unserer Kategorie Huawei.
Technische Daten im Überblick
Die folgenden Werte stammen aus dem Huawei-Datenblatt und den Produktangaben unserer Händler (Stand 2026).
| Merkmal | SCharger-22KT-S0 / AP22N-EU | SCharger-7KS-S0 / AP07N-EU |
|---|---|---|
| Ladeleistung | 1,4 bis 22 kW (einstellbar) | bis 7,4 kW |
| Phasen | 3-phasig, automatische 1-/3-Phasen-Umschaltung | 1-phasig |
| Ladestrom | 6 bis 32 A | bis 32 A |
| Anschluss Fahrzeug | Typ-2-Buchse mit Kabelverriegelung | Typ 2 |
| Zugangskontrolle | RFID, Bluetooth, App | RFID, App |
| Kommunikation | WLAN, Ethernet, Modbus TCP | siehe Datenblatt |
| Schutz | DC-Fehlerstromerkennung 6 mA, Temperaturüberwachung | siehe Datenblatt |
| Schutzart | IP54 | IP54 |
| Maße / Gewicht | 335 x 180 x 145 mm, rund 3 kg | ca. 2,8 kg |
| Bidirektional | nein | nein |
| Preis (Stand 2026) | ca. 700 bis 800 Euro | ca. 660 Euro |
Wichtig für die Installation: Die DC-Fehlerstromerkennung ist eingebaut. Vorgeschaltet reicht deshalb ein Fehlerstromschutzschalter Typ A, ein teurer Typ B ist nicht nötig.
PV-Überschussladen mit dem Huawei-System
Der größte Vorteil gegenüber einer simplen Wallbox ist das Überschussladen. Damit es funktioniert, brauchst du drei Komponenten:
- Huawei SUN2000-Wechselrichter mit Anbindung an FusionSolar (je nach Modell über integriertes WLAN oder einen Smart Dongle).
- Smart Power Sensor DTSU666-H am Netzanschlusspunkt. Er misst Bezug und Einspeisung, ohne ihn weiß das System nicht, wie viel Strom übrig ist. Passende Zähler findest du unter Smart Meter.
- Die Wallbox selbst, eingebunden ins selbe FusionSolar-System.
Die automatische Phasenumschaltung ist dabei entscheidend. Dreiphasig braucht ein E-Auto mindestens rund 4,2 kW, bevor es überhaupt lädt. An einem durchwachsenen Tag mit 2 bis 3 kW Überschuss würde eine reine 3-Phasen-Box also gar nicht starten oder Netzstrom ziehen. Die SCharger wechselt dann auf eine Phase und lädt schon ab etwa 1,4 kW. So landet deutlich mehr Solarstrom im Akku statt im Netz.
Mit einem LUNA2000-Speicher legst du in der App die Priorität fest: erst Speicher, dann Auto, oder umgekehrt. Das dynamische Lastmanagement drosselt die Wallbox zusätzlich, wenn im Haus gerade viele Verbraucher laufen. Mehr Strategien zum Thema liest du in unserem Ratgeber PV-Überschussladen und im Grundlagenartikel Wallbox und Photovoltaik.
Rechenbeispiel: Wie viel Solarstrom landet im Auto?
Annahmen: 12.000 km pro Jahr, 18 kWh/100 km Verbrauch plus rund 10 Prozent Ladeverluste. Das ergibt etwa 2.400 kWh Ladestrom pro Jahr. Netzstrom kostet im Haushaltsdurchschnitt 37,0 ct/kWh (BDEW-Strompreisanalyse, Stand 04/2026), für eingespeisten Solarstrom bekommst du bei Teileinspeisung unter 8 ct/kWh.
| Szenario | Solaranteil | Solarstrom im Auto | Ersparnis pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Einfache Wallbox, Laden abends | ca. 20 % | ca. 480 kWh | ca. 140 Euro |
| Huawei-Wallbox mit Überschussladen | ca. 55 % | ca. 1.300 kWh | ca. 380 Euro |
Gerechnet ist die Differenz aus Netzstrompreis und entgangener Einspeisevergütung (rund 29 ct/kWh). Der Mehrwert des Überschussladens liegt in diesem Beispiel bei rund 240 Euro pro Jahr. Steht das Auto tagsüber oft zu Hause, etwa bei Homeoffice, steigt der Solaranteil weiter. Wer überwiegend nachts lädt, profitiert eher von einem günstigen Wallbox-Stromtarif.
Installation, Anmeldung und §14a EnWG
Die Montage gehört in die Hände eines Elektrofachbetriebs. Benötigt werden eine eigene Zuleitung, ein Leitungsschutzschalter und ein FI Typ A. Die Kabelstärke berechnet der Elektriker nach Leitungslänge.
- Bis 11 kW: beim Netzbetreiber meldepflichtig.
- 22 kW: genehmigungspflichtig. Der Netzbetreiber muss vorher zustimmen.
- §14a EnWG: Neue Wallboxen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Im Gegenzug sinken die Netzentgelte. Details im Artikel §14a EnWG 2026.
Tipp aus der Praxis: Da die Ladeleistung einstellbar ist, lassen viele Installateure die 22-kW-Version auf 11 kW begrenzen und melden sie entsprechend an. Klär das vorher mit deinem Netzbetreiber. Welche Zuschüsse es aktuell gibt, steht im Überblick Wallbox-Förderung 2026.
Die App: Steuerung in FusionSolar
Eine eigene Wallbox-App gibt es nicht, alles läuft über FusionSolar. Dort siehst du Ladeleistung, geladene Energie und den Solaranteil, wählst zwischen schnellem Laden und reinem Überschussladen und verwaltest RFID-Karten. Die Ersteinrichtung erledigst du ebenfalls in der App. Schritt für Schritt erklärt ist die App in unserer FusionSolar-Anleitung.
Huawei SCharger im Vergleich mit go-e, openWB und Fronius
| Modell | PV-Überschuss | Phasenumschaltung | Anschluss | Preis ca. (2026) |
|---|---|---|---|---|
| Huawei SCharger-22KT-S0 | nur im Huawei-System | ja, automatisch | Typ-2-Buchse | 700 bis 800 Euro |
| go-e Charger Gemini 2.0 | herstellerübergreifend (Controller, EMS) | ja | Typ-2-Buchse | 650 bis 750 Euro |
| openWB series2 | herstellerübergreifend | je nach Variante | Kabel oder Buchse | ab ca. 1.000 Euro |
| Fronius Wattpilot | am besten mit Fronius-Wechselrichter | ja, automatisch | Buchse oder Kabel (Flex) | 700 bis 1.000 Euro |
Die Huawei-Box ist im eigenen System die bequemste Lösung, weil alles in einer App läuft. Ein fest angeschlagenes Kabel bietet sie nicht, du brauchst also ein eigenes Typ-2-Ladekabel. Den ausführlichen Vergleich offener Lösungen liest du im Smart-Wallbox-Vergleich, alle Modelle aus unserem Sortiment unter Wallbox und Ladetechnik.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Nahtlose Integration mit SUN2000, Smart Power Sensor und LUNA2000
- Automatische 1-/3-Phasen-Umschaltung, Überschussladen ab ca. 1,4 kW
- DC-Fehlerstromerkennung integriert, FI Typ A genügt
- RFID, Bluetooth und App, dynamisches Lastmanagement
- Kompakt und mit rund 700 bis 800 Euro fair bepreist
Nachteile
- Überschussladen faktisch nur mit Huawei-Wechselrichter
- Kein fest angeschlagenes Kabel
- Keine bidirektionale Variante (mehr dazu unter bidirektionales Laden)
- Namenswirrwarr zwischen Smart Charger und FusionCharge erschwert den Preisvergleich
Lohnt sich die Huawei Wallbox ohne Huawei-Wechselrichter?
Eher nein. Ohne SUN2000 und Smart Power Sensor bleibt eine solide 22-kW-Wallbox mit App, aber das Überschussladen, also der eigentliche Grund für den Kauf, fällt weg. Für Anlagen mit SMA, Fronius, Sungrow oder anderen Herstellern sind offene Systeme wie go-e oder openWB klar sinnvoller. Wie Huawei gegen den direkten Konkurrenten abschneidet, zeigt der Vergleich Sungrow vs. Huawei.
Fazit: Für wen ist die SCharger-22KT-S0 die richtige Wahl?
Klare Kaufempfehlung, wenn du bereits einen Huawei SUN2000 hast oder gerade eine Huawei-Anlage planst. Dann bekommst du für rund 700 bis 800 Euro eine Wallbox, die mit dem übrigen System perfekt zusammenspielt und dank Phasenumschaltung viel Solarstrom ins Auto bringt. Einphasig ladende Autos oder kleine Anlagen sind mit der günstigeren 7,4-kW-Version gut bedient. Ohne Huawei-Wechselrichter greifst du besser zu einer herstellerunabhängigen Box. Du planst die PV-Anlage noch? Unser Solaranlagen-Berater und der Ratgeber Welche Solaranlage bei E-Auto helfen bei der Auslegung.
Häufige Fragen
Funktioniert die Huawei Wallbox ohne Huawei-Wechselrichter?
Laden funktioniert, das PV-Überschussladen aber nur im Huawei-System mit SUN2000-Wechselrichter und Smart Power Sensor. Ohne diese Komponenten ist eine herstellerunabhängige Wallbox die bessere Wahl.
Was ist der Unterschied zwischen FusionCharge und Smart Charger?
Keiner in der Technik. Der Smart Charger SCharger-22KT-S0 wurde in FusionCharge AP22N-EU umbenannt. Die 7,4-kW-Version heißt SCharger-7KS-S0 beziehungsweise AP07N-EU.
Brauche ich 22 kW oder reichen 11 kW?
Für die meisten Haushalte reichen 11 kW, da viele E-Autos mit Wechselstrom ohnehin maximal 11 kW laden. 22 kW sind genehmigungspflichtig. Die Huawei-Box lässt sich auf 11 kW begrenzen.
Kann die Wallbox PV-Überschuss einphasig laden?
Ja. Bei wenig Überschuss schaltet sie automatisch auf eine Phase und startet schon ab etwa 1,4 kW. Bei viel Sonne wechselt sie zurück auf drei Phasen.
Muss ich die Huawei Wallbox anmelden?
Ja. Bis 11 kW ist sie beim Netzbetreiber meldepflichtig, mit 22 kW genehmigungspflichtig. Zusätzlich gilt sie nach §14a EnWG als steuerbare Verbrauchseinrichtung mit reduzierten Netzentgelten.





